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 Moderiert von: Atomsk, Maestro, statixx, Teh Wizard of Aiz


 Thema: Dokumentationen & Sehenswertes ( Besser als Fernsehen )
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niffeldi

niffeldi
 
Zitat von Shooter

 
Zitat von niffeldi

Sind das Dosen in denen die Harnblase schon leidet? Hab in der Uni zwei Fälle von Ketaminabusus gesehen, die ihre Blase rausoperiert bekommen haben, weil die Blutungen und Schmerzen sonst nicht therapierbar waren.


Wtf?


https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4544340/

In Munster gibt's nur Hitler Speed
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von niffeldi am 26.03.2020 17:29]
26.03.2020 17:29:20 Zum letzten Beitrag
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gott.[shake]

AUP gott.[shake] 03.12.2008
 
Zitat von niffeldi

Sind das Dosen in denen die Harnblase schon leidet? Hab in der Uni zwei Fälle von Ketaminabusus gesehen, die ihre Blase rausoperiert bekommen haben, weil die Blutungen und Schmerzen sonst nicht therapierbar waren.



An die Nebenwirkungen durch chronischen Konsum von Ketamin (bzw. ähnlichen Substanzen die am NMDA-Rezeptor wirken) habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht gedacht. Regelmäßiger Missbrauch dieser Substanzen kann neben den erwähnten (irreversiblen) Blasenschäden wahrscheinlich auch zur Beeinträchtigung von kognitiven Fähigkeiten wie Erinnerungsvermögen führen (das geht aber wohl wieder zurück).
Davon betroffen sind aber quasi nur Leute, die wirklich über lange Zeit und hohe Mengen konsumieren (deswegen sind diese Nebenwirkungen auch erst relativ kürzlich genauer Untersucht werden). Und so wie es aussieht ist ein solches Dosismuster zur Behandlung von Depressionen und Suizidalität nicht nötig. Aus Wikipedia:

 
Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2015 von acht randomisierten kontrollierten Studien bestätigte die Wirkung von Ketamin nach einmaliger Gabe zur sofortigen Behandlung uni- und bipolarer Depression.[34] Nach einer weiteren Metaanalyse von 2015 führte eine einmalige Gabe zu einer signifikanten Besserung über einen Zeitraum von mindestens sieben Tagen.[35] Eine Übersicht von 2015 über neun Einzelstudien zur Behandlung von insgesamt 137 Patienten mit Suizidgefährdung (Suizidalität) berichtete über eine schnelle Besserung (ab 40 Minuten) in jeder der neun Einzelstudien.[36]

26.03.2020 19:09:14 Zum letzten Beitrag
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SpontanerSpartaner

Sniper BF
...
 
Zitat von Sentinel2150

 
Zitat von Noch_ein_Kamel

Feuer & Flamme Staffel 3 geht los
https://youtu.be/DbMwAAuoW-k


Episode 2:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/feuer-und-flamme/video-feuer--flamme-se-138.html


Die neue Staffel scheint deutlich weiblicher zu werden als die vorherigen.
26.03.2020 19:09:51 Zum letzten Beitrag
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Real_Futti

Marine NaSe
Aber kein Gelsenkirchen mehr traurig
26.03.2020 19:58:59 Zum letzten Beitrag
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FuSL

AUP FuSL 06.06.2009
 
Zitat von gott.[shake]

E: Okay, hab jetzt deinen zweiten Post gelesen. Der klingt jetzt nicht so abwertend.
Ja, stimmt natürlich, dass Ketamin im Prinzip ein höheres "Abhängigkeitspotential" besitzt als z.B. klassische Antidepressiva.
Allerdings sieht die Behandlung auch nicht vor, dass die Leute sich täglich nach Lust und Laune damit wegballern, sondern auch in relativ niedrigen Dosen (die dann bei manchen Menschen auch nach Abklang der "direkten Wirkung" noch effektiv gegen Depression wirken).
Und ganz ehrlich. Ich glaube es ist besser, immer mal wieder eine berauschende Substanz zu nehmen, als depressiv zu sein.



Um da noch 'ne Sache unterstützend hinterherzuschieben: Paradebeispiel für "muss kein Problem sein" wäre ja ADHS: Da gibt man den Leuten Amphetamin/Dexamphetamin/Lis-Dexamphetamin & Co., oder einen (relativ) ähnlichen Stoff, Methylphenidat. Oder, in den USA, in schwierigen Fällen sogar "Crystal Meth". Und die Leute haben in den meisten Fällen danach generell weniger Probleme mit Rauschmittelmissbrauch als davor, und werden auch nicht im klassischen Sinne vom Amphetamin/-variante abhängig, wenn korrekt eingestellt.
Mit der vorsichtigen Ausnahme von Methamphetamin ist da auch das langjährige Nebenwirkungspotenzial ziemlich gering.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von FuSL am 26.03.2020 22:22]
26.03.2020 22:22:18 Zum letzten Beitrag
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gott.[shake]

AUP gott.[shake] 03.12.2008
...
 
Zitat von FuSL

 
Zitat von gott.[shake]

E: Okay, hab jetzt deinen zweiten Post gelesen. Der klingt jetzt nicht so abwertend.
Ja, stimmt natürlich, dass Ketamin im Prinzip ein höheres "Abhängigkeitspotential" besitzt als z.B. klassische Antidepressiva.
Allerdings sieht die Behandlung auch nicht vor, dass die Leute sich täglich nach Lust und Laune damit wegballern, sondern auch in relativ niedrigen Dosen (die dann bei manchen Menschen auch nach Abklang der "direkten Wirkung" noch effektiv gegen Depression wirken).
Und ganz ehrlich. Ich glaube es ist besser, immer mal wieder eine berauschende Substanz zu nehmen, als depressiv zu sein.



Um da noch 'ne Sache unterstützend hinterherzuschieben: Paradebeispiel für "muss kein Problem sein" wäre ja ADHS: Da gibt man den Leuten Amphetamin/Dexamphetamin/Lis-Dexamphetamin & Co., oder einen (relativ) ähnlichen Stoff, Methylphenidat. Oder, in den USA, in schwierigen Fällen sogar "Crystal Meth". Und die Leute haben in den meisten Fällen danach generell weniger Probleme mit Rauschmittelmissbrauch als davor, und werden auch nicht im klassischen Sinne vom Amphetamin/-variante abhängig, wenn korrekt eingestellt.
Mit der vorsichtigen Ausnahme von Methamphetamin ist da auch das langjährige Nebenwirkungspotenzial ziemlich gering.



Ist 'ne gute Ergänzung! Besonders bei Methylphenidat (Ritalin) ist ja bekannt, dass es bei "gesunden" Menschen zwar schon einen Rausch hervorruft, ADHS-Kranke hingegen einfach nur näher am "Normalzustand" sind.
Außerdem ist die Komorbidität von Suchterkrankungen und anderen psychischen Erkrankungen hoch, Stichwort Selbstmedikation. Leute Angsstörungen trinken um die Angst loszuwerden. ADHSler kiffen um runter zu kommen. Chronisch Antriebslose ballern Speed um aus dem Bett aufzustehen zu können. Leute die alles ein bisschen haben nehmen alles ein bisschen.
Das führt aber natürlich zu noch viel größeren Problemen, die bei einer kontrollierten und überwachten Behandlung viel weniger risikoreich wären.
26.03.2020 23:00:41 Zum letzten Beitrag
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Der_Major

tf2_soldier.png
Methylphenidat ist gewiss nicht ohne, auch für Leute mit ADHS nicht. Auch ist die gängige Praxis, das täglich zu konsumieren, absolut dämlich. Das Zeug klaut dem Blut den Sauerstoff, irgendwann bekommt man davon Nebenwirkungen.
Und die Leute sind ja nicht jeden Tag 'sich fremd'. Wie vieles im Leben geschieht das in Phasen/Intervallen.
I was me, but now he's gone

Und zur Selbstmedikamentation kann alles reichen, auch Zucker, Koffein, Pornos, Adrenalin, Videospiele, Tabak und Alkohol.

https://sndup.net/5f8z/The+Age+Of+Addiction%2C+Chapter+142.mp3

https://www.sndup.net/8hp4/The+Age+Of+Addiction%2C+Chapter+143.mp3

Kann empfehlen in diese zwei Kapitel mal reinzuhören. Ist allgemein ein sehr interessantes Buch, das seinen Kauf auf jeden Fall wert war
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von Der_Major am 26.03.2020 23:40]
26.03.2020 23:22:48 Zum letzten Beitrag
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FuSL

AUP FuSL 06.06.2009
 
Zitat von gott.[shake]

Ist 'ne gute Ergänzung! Besonders bei Methylphenidat (Ritalin) ist ja bekannt, dass es bei "gesunden" Menschen zwar schon einen Rausch hervorruft, ADHS-Kranke hingegen einfach nur näher am "Normalzustand" sind.



Wobei das tatsächlich mittlerweile umstritten ist, bzw. es auch nur 'ne Dosierungssache ist. ADHS-Patienten können sich damit auch zudröhnen, bei korrekter Dosierung aber ist's halt eher das leichte Anheben auf "Normalniveau". Früher hatte man häufig ADHS "indirekt diagnostiziert", indem man Methylphenidat gegeben hat, und wenn dann alles besser wurde, war das ein Zeichen für ADHS.
Mittlerweile hat man aber festgestellt, dass bei geringen Methylphenidat-Gaben der gleiche Effekt (bessere Konzentration, ruhiger etc.) auch bei gesunden Patienten Auftritt.
Der Unterschied scheint da also eher der Ausgangs-, nicht der Endzustand zu sein.

Unabhängig davon aber: Bei korrekter Dosierung ist irgendwann häufig der Zustand so, dass man über Jahre hinweg bei der gleichen Dosis bleibt. In Verbindung mit Coping-Strategien & Co. läuft dann irgendwann alles besser.


---

Zu dem was Der Major sagt: srsly, no. Gerade das durchgehende Nehmen ist wichtig. ADHS-Symptomatik hast du in verschiedenen Lebensbereichen (Schule, Arbeit, zu Hause). Und durchgehend. Durch "nur nach Bedarf" nehmen steigt, wenn überhaupt, eher das Risiko, dass man auch die "angenehmen" / direkt spürbaren Wirkungen mitnehmen will, statt nur die gewünschten, dauerhaften.

"klaut dem Blut den Sauerstoff" klingt nach irgendwo in WhatsAppFacebookInsta aufgeschnappt, sorry.
Ich habe mir 'ne Menge dazu reingezogen (inkl. originaler Studien), und selbst bei Amphetamin hat man nur bei andauernder, viel höherer Dosierung bei Affen (und da noch beeinflusst durch Körpertemperatur und Flüssigkeitshaushalt, iirc.) neurotoxische Effekte nachweisen können. Nicht aber bei Methylphenidat, oder Amphetamin in normalen Dosen. Methamphetamin ist da etwas schwieriger, da hier, iirc, durch den stärkeren serotonergen Effekt wohl das Potenzial für neurotoxische Nebenwirkungen um ein vielfaches größer ist.

Sicherlich wäre kein Medikament immer irgendwie schöner, aber das kann man 'nem Diabetiker-mit-Typ-1 halt auch nicht sagen; und Medikation ist bei ADHS nunmal meist das Mittel der Wahl, in Verbindung mit anderen therapeutischen Maßnahmen. Die ganzen nicht-Stimulanzien, die's mittlerweile dafür gibt, taugen leider auch nur in weniger brauchbaren Studien angeblich was.

Es gibt sehr berechtigte Kritik an ADHS-Medikation und Diagnostik (und auch völligen Unsinn, wie "Methylphenidat stellt ruhig, etc.) – z.B. weiß man nicht so viel über die Wirkung der Medikamente bzw. Ursache, wie man gerne würde; Erkenntnisse zu strukturellen Veränderungen im Hirn, die man früher als Ursache gesehen hat, sind mittlerweile leicht umstritten, insofern, als es auch Änderungen im Zuge der Medikation ab Kindesalter sein könnten; die Tests zur Diagnostik sind, prinzipbedingt, "nur" umfangreiche Fragebögen (für Patient, Familie und z.B. Lehrer, um genug abzudecken), Gespräche und nur ergänzende "praktische" Tests (computergestützte Tests z.B. zum Kurzzeitgedächtnis o.ä.).
Es gibt sicherlich auch hier noch Ärzte, die drei Fragen stellen und dann Methylphenidat verschreiben (oder drei Fragen stellen, dir bei Depressionen Sertralin in die Hand drücken, ohne zu erklären, was das ist, was die (Neben-)wirkungen sind, wie man damit umgeht, was man macht, wenn's nicht wirkt, etc.) aber es gibt da auch sehr viel Forschung, und viele Ärzte, die wissen, was sie tun.

Zusammengefasst also: Sorry, dein Post geht so dermaßen am aktuellen Stand der Forschung zu ADHS vorbei, dass ich mehr als ein "Sources, plz!" hier nicht weiter von mir geben kann.

/fakeedit-Disclaimer:

Ich bin der letzte, der "BigPharma"-Aussagen einfach so schluckt. Es gibt, insbesondere im Bereich von Psychopharmaka, sehr, sehr viele schlechte Studien oder bewusst selektiv veröffentlichte Studien, und sicherlich liegt da auch manches im Argen – aber selbst dann ist und bleibt das eine komplexe Sache, die nicht dem entspricht, was du geschrieben hast.

/edit

Na gut, ein echter edit noch:
Es gibt Gründe dafür, gelegentlich (alle x Monate) die Gabe für ein paar Tage auszusetzen, um vergleichend zu beurteilen ob die Dosierung noch stimmt (oder auch höher müsste), oder um auch festzustellen, ob durch gelernte Verhaltensänderungen und Strategien die Gabe vielleicht gar nicht mehr sein muss.
Häufig aber nimmt man es über längere Zeit, und in den meisten Fällen ist das eine gute Sache.

Sicher, manche Menschen kommen mit unbehandeltem ADHS gut zurecht. Manchen geht's aber auch scheiße, und Medikation hätte vieles weniger scheiße machen können. ADHS bleibt auch häufiger als früher angenommen bis ins Erwachsenenalter bestehen; da haben sich die Leute oft nur eher irgendwie damit arrangiert – da fällt's weniger auf. Und manchmal blicken sie zurück und denken sich, sinngemäß "fak, das hätte auch mal früher jemand anderem auffallen können, dann hätte ich mir einiges Leid sparen können".
A propos "hat man früher angenommen": Mädchen und Frauen haben ADHS auch häufiger, als früher angenommen – dabei aber den unaufälligeren Subtyp, bei dem die Hyperaktivität eine weit geringere Komponente ist, und dadurch nicht durch's klassische "Durch das Klassenzimmer rennen" auffält, und dadurch undiagnostiziert bleibt.
[Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert; zum letzten Mal von FuSL am 27.03.2020 0:48]
27.03.2020 0:41:36 Zum letzten Beitrag
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gott.[shake]

AUP gott.[shake] 03.12.2008
Da mein Wissen zu ADHS im Gegensatz zu (Substanz)abhängigkeiten und affektiven Störungen relativ gering ist, bin froh, dass du da jetzt so einen ausführlichen Post zu gemacht hast. peinlich/erstaunt
Trotzdem ging bei mir natürlich bei dem Satz "das Zeug klaut dem Blut den Sauerstoff, [davon] bekommt man Nebenwirkungen." die Alarmglocken los. Das klingt für nämlich nicht mehr nur nach einer vereinfachten Beschreibung komplexer biologischer Prozesse (das müssen wir hier ja machen, wenn wir keine Paper schreiben wollen), sondern nach einer vereinfachten und damit immer fehlerhaften Erklärung dieser.
Das gilt genauso für folgendes:

 
Zitat von Der_Major

Und zur Selbstmedikamentation kann alles reichen, auch Zucker, Koffein, Pornos, Adrenalin, Videospiele, Tabak und Alkohol.


Erstmal sind die Hälfte der aufgezählten Sachen ebenso psychotrope Substanzen, wie ich sie genannt habe. Weiterhin kann Selbstmedikation natürlich auch nicht substanzgebunden geschehen, das macht sie aber nicht zwingend weniger schädlich. Ich wollte damit nur FusLs Aussage unterstützen, dass eine kontrollierte Medikation mit Substanzen in vielen Fällen sogar eine weitaus gefährliche Selbstmedikation verhindern oder ersetzen kann.

Ich hab aber noch mal gesucht und habe vielleicht den Ursprung für diese Behauptung gefunden. Peter Breggin ist amerikanischer Psychiater und Autor von Büchern wie: "Psychiatric Drugs: Hazards to the Brain", "The Heart of Being Helpful: Empathy and the Creation of a Healing Presence" und "The Ritalin Fact Book: What Your Doctor Won't Tell You". Er gilt als "the nation's best-known [ADHS] critic". Man kann sein "Fact Book" online frei einsehen, es reichen aber schon die ersten paar Seiten um zu sehen, wessen Geistes Kind er ist: "Many of the facts presented [...] are unavailable from the usual sources, such as [...] professional articles and textbooks". "My own knowledge derives from various sources including [myself]" (Introduction). In dem Buch werden dann (wie so häufig) Dinge die technisch gesehen stimmen (Ritalin ist strukturell ähnlich zu Amphetaminen) vereinfacht und gedreht um möglichst schockierend zu klingen (indem Methylphenidat quasi direkt mit Kokain und Methamph. verglichen wird). Damit wird Methylpenidat dann als pures Gift dargestellt, dass die Kinder nur ruhig stellt und ihr Gehirn zersört (also die Mär die FusL auch schon angesprochen hat). Dabei wird auch der Zusammenhang mit Sauerstoff erwähnt: Verminderter Blutfluss führt zu Unterversorgung mit Sauerstoff.
Er ist der Meinung man sollte auf Medikamente verzichten sondern nur auf with "psychotherapy, education, empathy, love, and broader human services" setzen.

Im Grunde fasst es das ja ganz gut zusammen:
 
Sicherlich wäre kein Medikament immer irgendwie schöner, aber das kann man 'nem Diabetiker-mit-Typ-1 halt auch nicht sagen; und Medikation ist bei ADHS nunmal meist das Mittel der Wahl, in Verbindung mit anderen therapeutischen Maßnahmen.



Und um das noch mal auf den Ursprung zurück zu bringen: Es wäre auch echt schön, wenn bis zur Suizidalität depressiven Menschen allein durch Psychotherapie geholfen werden könnte (oder "sich einfach zusammenreißen" helfen würde). Leider ist das aber nicht so, und deshalb sollten wir weiter und eigentlich noch viel mehr an bisher an Medikamenten und dem Gehirn forschen um zu verstehen, wann und wie sie helfen können - und was die Nebenwirkungen sind (die es definiv gibt).
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von gott.[shake] am 27.03.2020 2:20]
27.03.2020 2:18:31 Zum letzten Beitrag
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FuSL

AUP FuSL 06.06.2009
Ah, das macht irgendwo Sinn: Sind halt alles Vasokonstriktoren, und wenn man sich ganz dolle anstrengt, dann kann man daraus sowas schließen, wie "das Zeug klaut dem Blut den Sauerstoff".

Auch da kann man aber noch hinzufügen, dass bei korrekt eingestellter Dosierung die Wirkungen dahingehend (Blutdruck & Co.) geringer sind, als zu Beginn der Einnahme (oder natürlich bei missbräuchlicher Einnahme / höheren Dosen).

Vielen Dank für das Nachforschen! :)

Und um noch ein letztes bisschen zu der Gesamtthematik anzubringen: Bei Depressionen beispielsweise ist häufig (Gesprächs-)Therapie ein sehr effektive Maßnahme (nehmen wir jetzt mal Psychoanalyse dabei vorsichtig bei Seite, ich meine schon wissenschaftlich fundierte(re) Methoden – don't get me started ;). Die medikamentöse Behandlung kann dabei aber oft zusätzlicher Bestandteil der umfassenden Therapie sein, oder, in manchen Fällen, sogar notwendiger Bestandteil, um die Gesprächstherapie überhaupt beginnen zu können. Mal vereinfacht dargestellt: Wenn Depressionen es einer Person unsagbar schwer machen, eine Therapie überhaupt zu beginnen, eine Therapie konsequent mitzumachen oder zu erkennen, dass eine Therapie gut wäre (manch einer mag die Therapie regelrecht "fürchten", da die Depression so sehr Teil der eigenen Lebensgeschichte ist, dass man sie als Teil der Persönlichkeit selbst wahrnimmt – und es verständlicherweise beängstigend ist, diesen Teil wegzunehmen), dann kann die medikamentöse Behandlung da hilfreich sein. Oder eben auch nur allgemeiner die Therapie unterstützen.

Blöd ist es eben nur, wenn man von Ärzten mit weniger Ahnung dahingehend (so mancher Hausarzt – und das ganz ohne Verallgemeinerung, es gibt sicher eine Menge sehr fähiger Hausärzte, auch in diesen Bereichen) einfach nur mit $SSRI heimgeschickt wird, ohne zusätzlich eine Gesprächstherapie anzusetzen, oder ohne genug zu den Medikamenten zu wissen; aus "persönlicher Erfahrungen" im Bekanntenkreis zumindest ist es erstaunlich schwierig, Ärzte zu finden, die nicht nur ein oder zwei SSRIs kennen, sondern auch wissen, dass die korrekte Dosisfindung schwierig ist, dass man vor den (teils immensen) Nebenwirkungen zumindest warnen sollte, damit der Patient sie einordnen kann, und dass es nicht bedeutet, dass "das alles nix bringt", wenn ein einziges Medikament die Wirkung nicht zeigt, die man haben möchte (und diese häufig auch eine Weile auf sich warten lassen kann). Und obendrein gibt es eine große Menge an völlig anderen Stoffgruppen, die bei Depressionen helfen können – das geht von (moderneren und nebenwirkungsärmeren) trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern, zu so interessanten Sachen wie Bupropion (NDRI) oder Agomelatin (wirkt auf melatonerge Rezeptoren). Das muss ein Arzt aber auch wissen, und vor allen Dingen muss eine Medikamentengabe eng betreut werden, bis man das richtige Medikament mit der richtigen Dosierung findet.

Das läuft leider häufig nicht so glatt, und Patienten haben dann häufig eine potenziell vermeidbare, lange Leidensphase.

…mal davon abgesehen, dass trotz angeblicher Überversorgung mit Psychotherapie-Kassensitzen man trotzdem meist Monate auf einen Platz warten muss; das macht's nicht einfacher.

 
Zitat von gott.[shake]

Und um das noch mal auf den Ursprung zurück zu bringen: Es wäre auch echt schön, wenn bis zur Suizidalität depressiven Menschen allein durch Psychotherapie geholfen werden könnte (oder "sich einfach zusammenreißen" helfen würde). Leider ist das aber nicht so, und deshalb sollten wir weiter und eigentlich noch viel mehr an bisher an Medikamenten und dem Gehirn forschen um zu verstehen, wann und wie sie helfen können - und was die Nebenwirkungen sind (die es definiv gibt).



Das möchte ich so nochmal hervorheben :)

--

Und noch eine Sache zu Der Major: Nimm das alles bitte nicht persönlich. Das ist halt zufällig ein Bereich, mit dem ich mich relativ viel auseinandergesetzt habe, weshalb ich da unbedingt drauf anspringen musste.
Dass es, insbesondere bei solchen relativ (in "den Medien") "kontroversen" Themen oft leicht ist, angeblichen Experten mit schönen Titeln "auf den Leim zu gehen" ist nicht verwunderlich – man kann nicht alles wissen und auch nicht jedem Thema ausführlich hinterherforschen, und manchmal schnappt man Sachen auf, die plausibel genug klingen und nimmt sie dann als Wahrheit mit. Sich selbst bzw. die eigenen Meinungen und Überzeugungen konstant zu hinterfragen ist schwierig, aber muss irgendwo sein – und selbst ich muss mir hier vom hohen Ross herab eingestehen, dass es unsagbar viele Bereiche gibt, in denen ich echt absolut keinen Plan habe, und mein Meinungsbild von random aufgeschnappten Fetzen von überall zusammengeflickt ist.
(Abschweifung: Das führt dann manchmal zu dem Klischee-Bild des Engineers*, der Experte auf seinem Gebiet ist, und daraus ableitet, dass er zu allen anderen Bereichen auch fundierte Meinungen abgeben kann und müsste. * ist natürlich bei anderen Gruppen genauso, ob nun Ärzte, Entwickler, Juristen oder $beliebigeandereberufsgruppe.
Sicherlich sollten "die Medien" (insb. im wissenschaftlichen Bereich) einen Teil dieser Aufgabe übernehmen, aber das geht leider sehr häufig in der Jagd nach "Clickbait-Titeln" unter, wenn man dann über Artikel stolpert, die eine angebliche wissenschaftliche Erkenntnis postulieren, und der Inhalt des Artikels dann grobe Fehler beinhaltet oder gar völlig vorbei an der zugrundeliegenden Studie geht.
27.03.2020 11:16:02 Zum letzten Beitrag
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Der_Major

tf2_soldier.png
Pfeil
Was ist denn das für eine Diskussionstaktik, anderen etwas zu unterstellen, um bessere Angriffpunkte zu erzielen, während man gleichzeitig auch noch guten Willen und Freundlichkeit vortäuscht? Pillepalle

Ich bin raus
27.03.2020 12:46:54 Zum letzten Beitrag
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gott.[shake]

AUP gott.[shake] 03.12.2008
 
Zitat von Der_Major

Was ist denn das für eine Diskussionstaktik, anderen etwas zu unterstellen, um bessere Angriffpunkte zu erzielen, während man gleichzeitig auch noch guten Willen und Freundlichkeit vortäuscht? Pillepalle

Ich bin raus



Hab auch noch mal drüber nachgedacht und wollte mich dafür entschuldigen. Natürlich war es jetzt nicht okay, den zweifelhaften Typen rauszukramen und dann gegen den zu argumentieren. Ist schon ziemlich strohmannig.
Aber deswegen bitte ich dich noch mal darum vielleicht doch zu antworten: Was hast du mit deinem Post überhaupt gemeint und was sind die Quellen dafür?
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von gott.[shake] am 27.03.2020 13:28]
27.03.2020 13:27:57 Zum letzten Beitrag
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FuSL

AUP FuSL 06.06.2009
 
Zitat von Der_Major

Was ist denn das für eine Diskussionstaktik, anderen etwas zu unterstellen, um bessere Angriffpunkte zu erzielen, während man gleichzeitig auch noch guten Willen und Freundlichkeit vortäuscht? Pillepalle

Ich bin raus



Das kann ich jetzt so tatsächlich nicht nachvollziehen, weder bei gott.[shake], noch bei mir. Wenn das so rüberkam tut's mir leid; zum generellen "da jetzt generell so viel zu schreiben" wiederum hatte ich ja extra noch was angefügt.

Wenn's um den Bezug von gott.[shake] auf diesen Typen ging, und mein Eingehen darauf, dann wäre es tatsächlich interessant, was du denn sonst meintest bzw. woher es kam – bei so verknappt wirkenden Aussagen zu derart komplexen Themen stünde man so sicher besser da (und böte weniger Potenzial für ggf. unangemessene "Unterstellungen und Angriffspunkte").

Aber, ganz ehrlich: wenn dich die Diskussion so, wie hier abgelaufen, schon so mitnimmt bzw. du das so persönlich nimmst, dann ist's vielleicht auch besser so. Mit der Anmerkung, dass ich wirklich nicht nachvollziehen kann, wo hier dein Vorwurf begründet liegt – wenn du dich also tatsächlich derart angegangen fühlst ist's sicherlich nachvollziehbar, da nun angefressen zu reagieren, und dann eben nur für mich selbst verwunderlich, der nicht recht sieht, wieso (aber ich bin ja auch auf der "anderen Seite" der Diskussion).
27.03.2020 13:52:16 Zum letzten Beitrag
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Der_Major

tf2_soldier.png
Mein erster Absatz war unreflektierter Schwachsinn
27.03.2020 14:14:27 Zum letzten Beitrag
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gott.[shake]

AUP gott.[shake] 03.12.2008
 
Zitat von Der_Major

Mein erster Absatz war unreflektierter Schwachsinn



Passiert uns allen mal. Falls du aber zu dem Thema aber noch was zu sagen hast und noch willens bist, gerne - mich interessieren auch persönliche Meinungen.

Aber auch wenn die Diskussion hier jetzt ja eher durch ist, ch habe mal einen eigenen Thread zum Thema erstellt, damit wir hier nicht weiter offtopic alles mit wall of text vollhauen.

Die Auszüge aus dem von dir geposteten Buch klangen aber auf jeden Fall interessant, vielleicht werde ich mir das mal zur Gemüte führen.
27.03.2020 15:08:39 Zum letzten Beitrag
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indifferent

Arctic
...
Wie gut F&F einfach wieder ist. Jonge.
27.03.2020 23:32:21 Zum letzten Beitrag
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 Thema: Dokumentationen & Sehenswertes ( Besser als Fernsehen )
« erste « vorherige 1 ... 38 39 40 41 [42] letzte »

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