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 Thema: Beeindruckendes XXXVIII ( :-o )
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[RPD]-Biohazard

Arctic
https://fr.wikipedia.org/wiki/Phare_du_Four

https://imgur.com/gallery/0wovlwg
13.05.2022 19:54:24  Zum letzten Beitrag
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Jehova-3

Arctic
 
Zitat von Arcus

Wer hat schon wieder das Fenster im Treppenhaus offen gelassen?! Wütend




https://www.mare.de/die-geschichte-hinter-dem-bild-content-2675
13.05.2022 21:08:11  Zum letzten Beitrag
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Phillinger

AUP Phillinger 11.02.2013
 
Zitat von [RPD]-Biohazard

https://fr.wikipedia.org/wiki/Phare_du_Four

https://imgur.com/gallery/0wovlwg


Danke!

 
Construit avec difficulté


Glaube ich sofort. Breites Grinsen
14.05.2022 7:04:24  Zum letzten Beitrag
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Müsli_Män

AUP Müsli_Män 20.07.2013
 
Zitat von Phillinger

Heftig! Wo ist das?



Französische Atlantikküste. Da herrscht häufig so ein Wellengang, was einer der Gründe ist, wieso die Türme von den Wärtern früher als "Höllentürme" bezeichnet wurden.
14.05.2022 8:00:30  Zum letzten Beitrag
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Phillinger

AUP Phillinger 11.02.2013
Also die "Insel"-Leuchttürme müssen generell keine sehr schönen Arbeitsplätze gewesen sein. Da wirst du doch kirre? Hier hat Automatisierung sicher den einen oder anderen vor ner zünftigen Depression gerettet.

Aber die landgebundenen Dinger stelle ich mir ganz nice vor. Schön ruhige Schicht ballern und dann nach Hause radeln. War vermutlich nie so, aber stelle ich mir halt so vor.
14.05.2022 8:05:57  Zum letzten Beitrag
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Müsli_Män

AUP Müsli_Män 20.07.2013
Wie ausführlich möchtest du die Antwort jetzt haben? Breites Grinsen
14.05.2022 8:11:40  Zum letzten Beitrag
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Phillinger

AUP Phillinger 11.02.2013
Ach, wenn du möchtest, schreib doch mal.

Ich vermute, meine romantischen Vorstellungen, die ich mir beim Grog-Saufen am Leuchtturm Bülk mühsam erarbeitet habe, sind dann halt passé.
14.05.2022 8:25:15  Zum letzten Beitrag
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Müsli_Män

AUP Müsli_Män 20.07.2013
Aaaalso, fangen wir mit dem einfacheren Thema an:

Festlandleuchttürm (wobei ich diejenigen auf größeren Inseln jetzt einfach mal dazu zähle.)
Der Diebnst auf solchen Türmen war für gewöhnlich zwar hart und anspruchsvoll aber besingt durch die Tatsache, dass die Wärter hier häufig mit ihren Familien lebten eben auch angenehmer als bei vergleichbaren Posten auf See. Meist teilten sich zwei Wärter den Dienst auf den Türmen und wohnten dann relativ in der Nähe (mitunter, wie in Westerhever sogar direkt am Turm). Alternativ gab es Posten wie z.B. am Darßer Ort, wo die Wärter ohne ihre Familien lebten und eine Art Schichtdienst versahen, aber auch hier ließ es sich nach Berichten wohl gut aushalten, weil man eine kleine Landwirtschaft betreiben, einigermaßen komfortabel wohnen und sich auch mal ein wenig in der Natur bewegen konnte.
Die absolute Steigerung waren dann Türme, die quasi mitten in der Stadt standen, wie beispielsweise in Eckernförde oder Rostock.

Die Offshore Türme boten da völlig andere Bedingungen.
Es gibt verschiedene Formen dieser Türme, von solchen, die auf kleinen, ansonsten völlig verlassenen Felseninseln standen über eben jene, wie man sie in Frankreich und England viel findet (auf einem Felsen stehend, der halt gerade groß genug ist, um das Bauwerk tragen zu können) bis zu den Leuchttürmen, die halt wirklich mitten in der offenen See standen. Der Einfachheit halber wollen wir die aber mal alle als eine Gruppe betrachten.

Der Dienst auf diesen Türmen wurde meist von einer Mannschaft verrichtet, die aus zwei bis vier Männern bestand. Anfangs gingen diese einen monatelangen Wachrythmus, ehe sie abgelöst wurden. Während des deutschen Kaiserreichs war es beispielsweise üblich, dass auf Hohe Weg oder Eversand (Türme, die im Watt der Außenweser stehen und bei Ebbe trocken fallen) die Besatzungen sechs bis acht Monate am Stück Dienst taten, vor allem im Winter. In Frankreich und England dürfte es ähnlich gewesen sein, da müsste ich jetzt allerdings in meinen Büchern nachlesen, um belastbare Quellen zu nennen. Dann kamen die Crews für Monate an Land, ehe es wieder hinausging. Vorausgesetzt natürlich, dass eine Ablösung wetterbedingt möglich war. klappte dies nicht, konnte so eine Wache sich auch mal um mehrere Monate ausdehnen.

Die Lebensbedingungen vor allem auf den französischen Höllentürmen waren, man vermutet es beim Klang des Namens, hart. Das ständige Anbranden der Wellen, das ewige schlechte Wetter, der mangelnde Raum zum Bewegen außerhalb des Turms und die mitunter eintönige Verpflegung taten ihres dazu bei, dass der Job mitunter gefürchtet wurde. Das dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum diese Tätigkeiten hauptsächlich an Seeleute, Fischer und verwundete Soldaten vergeben wurden. Leuchtturmwärter auf den französischen Türmen waren nämlich vor allem nach den Weltkriegen sogenannte vorbehaltene Posten, d.h., dass sie vorrangig an Veteranen vergeben wurden.
Allerdings, dass muss man der Fairness halber auch sagen, versuchte man in Frankreich und England, den Wärtern das Leben auf den einsamen Posten weit draußen auf See so angenehm wie möglch zu machen. So waren die französischen Türme mitunter sehr luxuriös eingerichtet mit holzgetäfelten Räumen und bequemen Kojen. Auf Englischen Leuchttürmen fanden sich sogar ganze Bibliotheken, damit die Wärter während ihrer Freiwachen etwas zu tun hatten. Ansonsten waren Angeln, Schach Spielen oder kleine Bastelarbeiten sehr beliebte Freizeitbeschäftigungen.
Um die Kommunikation mit dem Festland zu ermöglichen gab es Tast- und später Sprechfunk. In Schottland existierten darüber hinaus für Türme, in in Sichtweite der Küsten standen Signalstellen, mittels derer man per Flaggen- oder Lichtsignale kommunizieren konnte.
Die Stimmung auf den Türmen war im Allgemeinen gut und die meisten Wärter haben ihren Job wohl sehr gern gemacht.

Es gibt da allerdings die Geschichte eines englischen Leuchtturms, die ziemlich dramatisch endete. Da saßen zwei Wärter über den Winter fest, weil die Ablösung nicht kommen konnte. Eines Tages meldete eine vorbeifahrender Frachter, dass das Licht des Turms nicht ging und eine Flagge als Notsignal gehisst war. Man versuchte, Kontakt zur Besatzung zu bekommen, was jedoch fehlschlug. Als man nach Wochen dann endlich auf den Turm kam, herrschte im Bauwerk ein fürchterlicher Gestank. Was war passiert? Der eine Wärter war während der Wache eines natürlichen Todes gestorben. Sein Kollege, aus Angst, man würde ihm einen Mord unterstellen, hatte nicht gewagt, die Leiche über Bord zu werfen und bewahrte sie im Turm auf. Die Anwesenheit der Leiche und der Gestank hatten den Mann dann schließlich in den Wahnsinn getrieben, er musste abgeholt werden und arbeitete nie wieder auf so einem Posten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Dienst dann einfacher. Die Wachen wurden verkürzt, die Besatzungen teilweise alle zwei bis vier Wochen ausgetauscht. Radio und Fernseher hielten Einzug und der Crewwechsel fand nicht mehr gefährlich mit Boot und Seilkorb statt sondern häufiger mit dem Hubschrauber.
Ende der 90er ging die Zeit der bemannten Leuchttürme in Frankreich und England dann zuende.

Ein krasses Gegenbeispiel war der Leuchtturm Roter Sand in Deutschland. Dieser käme dem französischen Höllenturm ziemlich nahe.
Das begann schon mit dem Wachwechsel. Schiffe konnten seinerzeit am Turm nicht anlegen, weswegen der Überstieg vermittels eines Seilkorbs erfolgte, der an Flaschenzügen aufgehängt zwischen Schiff und Turm bewegt wurde und mit dem Material, Post aber auch die Wärter transportiert wurden. Das war jedoch nur bei sehr ruhiger See (Wellengang bis ca. anderthalb Meter) möglich, da es andernfalls zu gefährlich wurde, sich dem Bauwerk mit dem Schiff zu nähern.
Der Turm war eng und spartanisch eingerichtet, der dreiköpfigen BEsatzung standen weder eine Dusche noch ein WC zur Verfügung, elektrisches Licht gab es bis zum zweiten Weltkrieg nicht und im Winter war das Leben besonders hart, der Turm wurde (und wird bis heute) nämlich nicht geheizt. Die ehemaligen Wärter berichteten, dass im Winter morgens schon einmal fingerdick das Eis an den Innenwänden des Schlafraums hängen konnte.
Fernsehen gab es nie und ein Radio erst relativ spät... trotzdem hört und liest man eigentlich nichts Negatives über das Leben auf dem Turm. Selbst während des zweiten Weltkriegs, als zusätzlich noch Soldaten der Wehrmacht zur Luftraumüberwachung auf dem Turm stationiert waren (in dem Zusammenhang wurde dann auch Sprechfunk eingeführt), scheint das Leben auf Roter Sand angenehm gewesen zu sein.
Der Nachfolger, Alte Weser, um 1963 erbaut, bot da schon wesentlich mehr Luxus. Hier hatte jeder Wärter einen eigenen Schlafraum, es gab Werkstätten und einen extra eingerichteten Bastelraum und allgemein war hier viel mehr Platz.

Gemein war allerdings allen Leuchttürmen, dass der Dienst sehr streng geregelt war. Alkohol zum Beispiel war auf den meisten Leuchttürmen ein absolutes Tabu. Dazu kam, dass der Job halt recht technisch und sehr anspruchsvoll war.

Unterm Strich kann man sagen, das Leben auf den Türmen war hart und anstrengend, aber ich habe eigentlich von kaum einem Wärter gelesen, der seinen Job nicht gern gemacht hat.

Anbei ein paar Videos:


Leben auf einem Leuchtturm auf der Isle of man in den 40ern


Wachwechsel auf einem französichen Höllenturm

Bau des Leuchtturm Alte Weser, man sieht auch ein wenig vom Leben auf Roter Sand

Zum Roten Sand und Alte Weser hab ich noch Bilder, da kann ich bei Bedarf mal eine Auswahl von zeigen.
Hoffe geholfen zu haben.
[Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert; zum letzten Mal von Müsli_Män am 14.05.2022 9:00]
14.05.2022 8:51:55  Zum letzten Beitrag
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[RPD]-Biohazard

Arctic
Also haben sie einfach ins Meer geschifft? Breites Grinsen
Wie haben die den überhaupt bauen können wenn man Leute nur mit Hubschrauber oder Seilkorb dahin bekommt.
14.05.2022 9:05:29  Zum letzten Beitrag
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Müsli_Män

AUP Müsli_Män 20.07.2013
 
Zitat von [RPD]-Biohazard

Also haben sie einfach ins Meer geschifft? Breites Grinsen
Wie haben die den überhaupt bauen können wenn man Leute nur mit Hubschrauber oder Seilkorb dahin bekommt.



Auf Roter Sand gab es bis zum Abzug der Wärter nur ein Plumsklo oben neben der Laterne. Auf anderen Türmen aus der Zeit stand eine kleine Bretterbude außerhalb des Turms auf der Galerie für den gleichen Zweck. In Frankreich und England dürfte es nicht so viel anders gewesen sein.

Die Franzosen, Schotten und Briten habe ihre Türme auf schwer zugängliche Felsen im Meer gebaut. Dass das schwierig war zeigt sich beispielsweise darin, dass der Bau des Leuchtturms Ar-Men (Auch als "Hölle der Höllen" bezeichnet) in Frankreich über 14 Jahre gedauert hat.
Der Rote Sand steht als erstes Offshore-Bauwerk der Welt auf einem künstlich geschaffenen Sockel in Form eines stählernen Senkkastens.
14.05.2022 9:08:33  Zum letzten Beitrag
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darkimp

DarkImp
Danke für den Exkurs Müsli. Leuchttürme sind <3
14.05.2022 9:28:17  Zum letzten Beitrag
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BruteSSH.exe

Arctic
...
Hui, heute aber ich was gelernt. Danke Müsli!
14.05.2022 9:33:59  Zum letzten Beitrag
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Phillinger

AUP Phillinger 11.02.2013
Hammerpost, Müsli_Man! Danke! Das ist genau das Wissen, mit dem ich beim nächsten Küstenurlaub schwelgen kann.

Den Bau von Roter Sand habe ich sogar schon mal als Video gesehen. Da sind doch auch Bauarbeiter gestorben, weil die „Röhre“ einbrach? Absolut gruselige Vorstellung, quasi in einem Loch im Meer zu arbeiten.

/ Ah, das letzte von dir verlinkte Video war das.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von Phillinger am 14.05.2022 9:40]
14.05.2022 9:37:00  Zum letzten Beitrag
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Müsli_Män

AUP Müsli_Män 20.07.2013
 
Zitat von Phillinger

Den Bau von Roter Sand habe ich sogar schon mal als Video gesehen. Da sind doch auch Bauarbeiter gestorben, weil die „Röhre“ einbrach? Absolut gruselige Vorstellung, quasi in einem Loch im Meer zu arbeiten.



Das war bei Alte Weser... tragischerweise waren das sogar zwei Brüder.
Der Senkkasten vom Roten Sand hat es seinerzeit auch zerstört, da ist die Baufirma dran pleite gegangen. Aber Menschen sind dabei nicht zu schaden gekommen.

------------------------------------

Freut mich, wenn der Post zugesagt hat. Ist so ein bisschen ein Hobby von mir, für den Roten Sand mache ich (in aller Bescheidenheit) so ein bisschen das, was Radagst Rumpel für die Geschichte der Panzerei tut. peinlich/erstaunt
14.05.2022 9:40:31  Zum letzten Beitrag
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Phillinger

AUP Phillinger 11.02.2013
Ich finde das sehr interessant. Nice, wie das pOT für alles jemanden hat, der in der Materie drin ist. Breites Grinsen



Was genau hat den Job des Leuchtturmwächters eigentlich ersetzt? Ich könnte mir vorstellen, dass man auch schon zur Kaiserzeit mechanisch gut und zuverlässig hat automatisieren können. Ist das wirklich alles ausfallsicherer geworden, oder ist es nicht vielmehr so, dass es inzwischen durch Funk / Kabel auch zuverlässig fernüberwacht werden kann und es durch Helikopter / stärkere Boote leichter oder besser möglich geworden ist, im Fehlerfall vor Ort anzulanden?
14.05.2022 10:25:00  Zum letzten Beitrag
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Armag3ddon

AUP Armag3ddon 04.01.2011
 
Zitat von Müsli_Män

 
Zitat von [RPD]-Biohazard

Also haben sie einfach ins Meer geschifft? Breites Grinsen
Wie haben die den überhaupt bauen können wenn man Leute nur mit Hubschrauber oder Seilkorb dahin bekommt.



Auf Roter Sand gab es bis zum Abzug der Wärter nur ein Plumsklo oben neben der Laterne. Auf anderen Türmen aus der Zeit stand eine kleine Bretterbude außerhalb des Turms auf der Galerie für den gleichen Zweck. In Frankreich und England dürfte es nicht so viel anders gewesen sein.


Nice. Da kann man also beim Abseilen den echten Kuss Poseidons bekommen!
14.05.2022 10:26:27  Zum letzten Beitrag
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Müsli_Män

AUP Müsli_Män 20.07.2013
 
Zitat von Phillinger

Was genau hat den Job des Leuchtturmwächters eigentlich ersetzt? Ich könnte mir vorstellen, dass man auch schon zur Kaiserzeit mechanisch gut und zuverlässig hat automatisieren können. Ist das wirklich alles ausfallsicherer geworden, oder ist es nicht vielmehr so, dass es inzwischen durch Funk / Kabel auch zuverlässig fernüberwacht werden kann und es durch Helikopter / stärkere Boote leichter oder besser möglich geworden ist, im Fehlerfall vor Ort anzulanden?



Automatisierung gibt es schon seit etwa 1900, wobei das zumiest so aussah, dass die Leuchtfeuer mit Gas gespeist wurden welches dann entweder durch eine Leitung kontinuierlich zugeführt wurde (an Land) oder in einem großen Vorratstank gelagert wurde (auf See). Diese Leuchtfeuer mussten regelmäßig kontrolliert werden, da sich die Glühstrümpfe der Laternen irgendwann abnutzen und der Gasbehälter in gewissen Abständen nachgefüllt werden musste. Das wurde in der Außenweser ab Ende des ersten Weltkriegs eigentlich kontinuierlich so ausgebaut, der letzte für den bemannten Betrieb gebaute Leuchtturm (Mit Ausnahme von Alte Weser 1964) war das Leuchtfeuer Robbenplate 1925. Sonst hat man dort eigentlich nur noch automatisierte Feuer eingesetzt.

Jetzt besteht der Job des Leuchtturmwärters nicht nur aus dem EIn- und Ausschalten der Lampe, sondern es kommen (gerade auf See) eine ganze Reihe weiterer Aufgaben hinzu. Die Eisbeobachtung, Schiffsmeldedienst und Seenotrettungsdienst wären nur ein paar der Tätigkeiten.
Die Einführung von Radar ab Beginn der 50er Jahre und der weiter fortschreitende technische Standart für Funküberwachung, Fernsteuerung und Videotechnik reduzierte dieses Aufgabenfeld dann relativ schnell. In Deutschland begann die Automatisierung der bemannten Türme etwa ab Mitte der 60er Jahre und war bis 1973 abgeschlossen (wobei der Leuchtturm Eckernförde noch bis 1984 wärterbesetzt war). In der DDR ließ man sich mehr Zeit.
Heute werden die Türme regelmäßig von Kontrollteams besucht, die sich um die technischen Anlagen kümmern. Alles weitere, wie Pegelstandsablesungen, Kontrolle des Lichts und Seeraumüberwachung erfolgt heute video- und radargestützt von den Revierzentralen an Land aus.

Und was die Ausfallsicherheit angeht arbeiten die Türme heute (wie früher auch schon) mit Notfallsystemen. Fällt der Strom aus springt vor Ort ein Hilfsdiesel mit Generator an, geht die Lampe kaput, schaltet sich automatisch eine Reservelampe zu.
[Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert; zum letzten Mal von Müsli_Män am 14.05.2022 10:38]
14.05.2022 10:37:05  Zum letzten Beitrag
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[RPD]-Biohazard

Arctic
 
Zitat von Armag3ddon

 
Zitat von Müsli_Män

 
Zitat von [RPD]-Biohazard

Also haben sie einfach ins Meer geschifft? Breites Grinsen
Wie haben die den überhaupt bauen können wenn man Leute nur mit Hubschrauber oder Seilkorb dahin bekommt.



Auf Roter Sand gab es bis zum Abzug der Wärter nur ein Plumsklo oben neben der Laterne. Auf anderen Türmen aus der Zeit stand eine kleine Bretterbude außerhalb des Turms auf der Galerie für den gleichen Zweck. In Frankreich und England dürfte es nicht so viel anders gewesen sein.


Nice. Da kann man also beim Abseilen den echten Kuss Poseidons bekommen!



HABreites Grinsen

Mittlerweile werden ja selbst Tower auf Flughäfen von anders wo gesteuert/überwacht peinlich/erstaunt Erfurt -> Leipzig
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von [RPD]-Biohazard am 14.05.2022 10:52]
14.05.2022 10:50:47  Zum letzten Beitrag
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KBKlöpse

AUP KBKlöpse 04.08.2015
 
Zitat von [RPD]-Biohazard

 
Zitat von Armag3ddon

 
Zitat von Müsli_Män

 
Zitat von [RPD]-Biohazard

Also haben sie einfach ins Meer geschifft? Breites Grinsen
Wie haben die den überhaupt bauen können wenn man Leute nur mit Hubschrauber oder Seilkorb dahin bekommt.



Auf Roter Sand gab es bis zum Abzug der Wärter nur ein Plumsklo oben neben der Laterne. Auf anderen Türmen aus der Zeit stand eine kleine Bretterbude außerhalb des Turms auf der Galerie für den gleichen Zweck. In Frankreich und England dürfte es nicht so viel anders gewesen sein.


Nice. Da kann man also beim Abseilen den echten Kuss Poseidons bekommen!



HABreites Grinsen

Mittlerweile werden ja selbst Tower auf Flughäfen von anders wo gesteuert/überwacht peinlich/erstaunt Erfurt -> Leipzig



Also so gesehen, dass erste Bidet.
Achne das gabs schon früher.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von KBKlöpse am 14.05.2022 10:58]
14.05.2022 10:58:17  Zum letzten Beitrag
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Abtei*

AUP Abtei* 11.06.2012

Badass
14.05.2022 14:30:34  Zum letzten Beitrag
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cienFuchs

AUP cienFuchs 11.03.2015
 
Zitat von Abtei*

https://i.imgur.com/7H19niD.mp4
Badass


cgi
14.05.2022 14:31:36  Zum letzten Beitrag
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Phillinger

AUP Phillinger 11.02.2013
 
Zitat von Müsli_Män

 
Zitat von Phillinger

Was genau hat den Job des Leuchtturmwächters eigentlich ersetzt? Ich könnte mir vorstellen, dass man auch schon zur Kaiserzeit mechanisch gut und zuverlässig hat automatisieren können. Ist das wirklich alles ausfallsicherer geworden, oder ist es nicht vielmehr so, dass es inzwischen durch Funk / Kabel auch zuverlässig fernüberwacht werden kann und es durch Helikopter / stärkere Boote leichter oder besser möglich geworden ist, im Fehlerfall vor Ort anzulanden?



Automatisierung gibt es schon seit etwa 1900, wobei das zumiest so aussah, dass die Leuchtfeuer mit Gas gespeist wurden welches dann entweder durch eine Leitung kontinuierlich zugeführt wurde (an Land) oder in einem großen Vorratstank gelagert wurde (auf See). Diese Leuchtfeuer mussten regelmäßig kontrolliert werden, da sich die Glühstrümpfe der Laternen irgendwann abnutzen und der Gasbehälter in gewissen Abständen nachgefüllt werden musste. Das wurde in der Außenweser ab Ende des ersten Weltkriegs eigentlich kontinuierlich so ausgebaut, der letzte für den bemannten Betrieb gebaute Leuchtturm (Mit Ausnahme von Alte Weser 1964) war das Leuchtfeuer Robbenplate 1925. Sonst hat man dort eigentlich nur noch automatisierte Feuer eingesetzt.

Jetzt besteht der Job des Leuchtturmwärters nicht nur aus dem EIn- und Ausschalten der Lampe, sondern es kommen (gerade auf See) eine ganze Reihe weiterer Aufgaben hinzu. Die Eisbeobachtung, Schiffsmeldedienst und Seenotrettungsdienst wären nur ein paar der Tätigkeiten.
Die Einführung von Radar ab Beginn der 50er Jahre und der weiter fortschreitende technische Standart für Funküberwachung, Fernsteuerung und Videotechnik reduzierte dieses Aufgabenfeld dann relativ schnell. In Deutschland begann die Automatisierung der bemannten Türme etwa ab Mitte der 60er Jahre und war bis 1973 abgeschlossen (wobei der Leuchtturm Eckernförde noch bis 1984 wärterbesetzt war). In der DDR ließ man sich mehr Zeit.
Heute werden die Türme regelmäßig von Kontrollteams besucht, die sich um die technischen Anlagen kümmern. Alles weitere, wie Pegelstandsablesungen, Kontrolle des Lichts und Seeraumüberwachung erfolgt heute video- und radargestützt von den Revierzentralen an Land aus.

Und was die Ausfallsicherheit angeht arbeiten die Türme heute (wie früher auch schon) mit Notfallsystemen. Fällt der Strom aus springt vor Ort ein Hilfsdiesel mit Generator an, geht die Lampe kaput, schaltet sich automatisch eine Reservelampe zu.


Weiterhin solide Wissenslieferung. Danke!
14.05.2022 17:43:27  Zum letzten Beitrag
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 Thema: Beeindruckendes XXXVIII ( :-o )
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21.10.2020 18:54:11 Maestro hat den Thread-Titel geändert (davor: "Beeindruckendes XXXIIX")
20.10.2020 23:16:28 Atomsk hat diesem Thread das ModTag 'beeindruckendes' angehängt.

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