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 Moderiert von: Che Guevara


 Thema: Hilfe für die Ukraine und für geflüchtete Ukrainerinnen ( p0t hilft und hilft helfen! )
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Crosshead

AUP Crosshead 25.01.2016
p0t hilft und hilft helfen!
Weil im Allgemeine-Thread Infos untergehen und sich Fragen wiederholen, mache ich hier mit freundlicher Genehmigung von Che einen neuen Thread auf.

Eine sehr umfassende Liste wie man helfen kann, hat das Erasmusnetzwerk via Linktree zusammengestellt: Klick

Wer finanziell helfen möchte und eine Art persönlichen Bezug zum Empfänger möchte, kann über Airbnb Unterkünfte in der Ukraine buchen oder über Etsy (digitale) Produkte aus der Ukraine bestellen. Beide Portale erheben keine Gebühren dafür, es kommen also 100% des Geldes an und ihr habt die Möglichkeit eine kleine persönliche Grußbotschaft mitzuschicken. Passt aber bei der Anbieterauswahl auf, dass das Profil schon länger existiert, es gibt leider Trittbrettfahrer, die Geld abgreifen wollen.

Haltet auf eBay-Kleinanzeigen, Nebenan.de und bei lokalen Hilfsorganisationen die Augen offen, viele Initiativen sammeln gerade Grundausstattung für ankommende Menschen aus der Ukraine.

Wer den Platz hat, kann natürlich Unterkünfte zur Verfügung stellen. Das geht u.a. über https://www.unterkunft-ukraine.de/ oder ihr meldet Kapazitäten direkt bei der Stadt.
Manchen reicht erstmal ein Zimmer. Oder ihr kennt in der Verwandschaft jemanden mit freier Einliegerwohnung oder Ferienwohnung?

Ich bin gerade unterwegs und ergänze gerne später noch Infos und Links und hübsche das Layout auf.
06.03.2022 12:54:20  Zum letzten Beitrag
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Crosshead

AUP Crosshead 25.01.2016
Zusammen mit einer privaten Initiative haben wir ein paar Wohnungen und Unterkünfte für geflüchtete aufgetrieben und klappern nun Portale und Freundeskreise nach Möbeln ab. Da das ganze aktuell sehr chaotisch agil abläuft und schnell relativ groß geworden ist, gestaltet sich die Kommunikation und Abstimmung langsam schwierig.

Hat jemand Tipps für ein leicht zu bedienendes und kostenloses Onlinetool zur Collab? Wir müssen Bestandslisten pflegen, um einen Überblick zu behalten was noch fehlt und was reichlich da ist. Wer wann wo welche Möbel abholt und wo die hinkommen. Die Gruppe ist bunt gemischt, insofern sollte das halbwegs leicht zu bedienen und zu verstehen sein, nicht jede Person dort ist IT-affin.
Alternative wäre, dass ich halt ne Excel auf Google Drive packe und den Leuten Zugriff gebe.
06.03.2022 13:02:13  Zum letzten Beitrag
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Icefeldt

AUP Icefeldt 09.04.2020
 
Zitat von Crosshead

Alternative wäre, dass ich halt ne Excel auf Google Drive packe und den Leuten Zugriff gebe.



Direkt ein "Google Docs" Dokument erstellen, das kann man aus dem Browser aus editieren und ist auch ausgelegt darauf, dass mehrere Nutzer gleichzeitig drauf zugreifen.
06.03.2022 15:18:29  Zum letzten Beitrag
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zapedusa

AUP zapedusa 04.02.2020
Weil die Frage aufkam: kurzer Abriss, was man gerade geht, wie man helfen kann und worauf man dabei achten sollte. Einzelheiten sehr berlinzentrisch, aber so ist das nunmal. Infos geben den Stand JETZT wieder und können morgen schon nicht mehr in allen Punkten zutreffen. Wer was tun will, gerade in Form direkter persönlicher Hilfe, sollte das auf dem Schirm haben und täglich checken, was im eigenen Bundesland abgeht.

In Berlin sind jetzt insgesamt 40k Menschen registriert worden. Die tatsächliche Zahl ist höher, weil sich nicht alle registriert haben, in anderen Städte weitergezogen sind oder bereits irgendeinen Aufenthaltstitel haben. Wir gehen davon aus, dass Mitte dieser Woche 100k geknackt sind und je nachdem, wie sich die "Verhandlungen" über Zivil-Korridore entwickeln, auch mit einem vergleichsweise plötzlichen Massenandrang zu rechnen ist. Leute aus UA dürfen sich visafrei für 90 Tage in Deutschland aufhalten, Berlin und BB haben die Frist gerade auf Mai für alle verlängert. Ging vor allem um die Leute, deren visafreie Aufenthaltsgestattung schon angefressen ist. Heißt auch: Geflüchtete müssen sich weder registrieren, noch ein Asylgesuch stellen. Wird später im Text noch Thema.

Grundsätzlich wie helfen:

Geld spenden. Ich habe keinen Plan von Hilfsorganisationen. Ich persönlich würde mich wohl eher an was Großes dranhängen, wo irgendwie vor Ort bzw. an der Grenze geholfen wird. Ärzte ohne Grenzen, Mission Lifeline usw. machen was konkretes. Wohlwissend, dass je größer die Orga desto mehr Spendengeld für Verwaltung draufgeht. Neuen, ganz kleinen Krams würde ich meiden, wenn ich nicht weiß, dass da jemand aus meinem Umfeld irgendwie involviert ist. Also, Nachbarin Birgitt und ihre Clique nehmen ganz viele Leute auf und sammeln jetzt Kohle dafür ist bestimmt cool, irgendeine Wordpress-Seite, die vor drei Tagen online gegangen ist eher nicht. Es sind wirklich RICHTIG viele Betrüger unterwegs. Aber ob der Lage mangelt es gerade eigentlich nicht an Geld. Vielleicht die eigene Spende ein bisschen zurückhalten, bis die Leute wieder zu ihrem üblichen Menschenhass übergegangen sind, die ersten drei Lidl im Nachbardorf das man nie besucht, zumachen müssen usw. Dann nimmt die Spendenbereitschaft ab.

Sachspenden an Einrichtungen immer vorher mit der Einrichtung abklären. Die haben nicht immer Platz und brauchen auch nicht jeden Scheiß. Gerade Möbel und Kleidung immer anfragen. Grundsätzlich gebraucht werden immer Binden und Windeln. Aber auch da nachfragen und nicht einfach in der Erwartung hinfahren, auf dankbare Abnehmer zu treffen.

Kleidung: Grundsätzlich kommen die meisten Leute im aktuellen Fall nicht nur mit ihrer Klamotten am Leib an. Der Bedarf ist also überschaubar, wenn auch durchaus vorhanden. Is März, deshalb entsprechenden Kram raushauen. Wenn ihr viele Klamotten übrig habt, die ihr hässlich findet und deshalb nicht mehr anzieht, sind die sehr wahrscheinlich auch für andere Leute hässlich. Wenn ihr euch vor Corona mit einem ganzen Sack voll Klamotten eingedeckt habt, jetzt aber nicht mehr reinpasst, sieht die Sache anders aus. Gebrauchte Leibwäsche wird zwar im Knast ausgegeben, jeder andere Laden schmeißt die aber in den Müll. Einfach lassen oder, nachdem man nachgefragt hat, neue kaufen. Mäntel, Winterjacken und Kinderkleidung werden Abnehmer finden. Alles neu oder neuwertig. Falls man nichts hat, aber unbedingt was abgeben will, ist vielleicht ein Einkauf im Second Hand Laden eine Möglichkeit. Wir haben letzte Woche aufgrund akuten Bedarfs zusammengeschmissen und für 400 Euro zehn modische Mäntel kaufen können

Ablauf Aufnahme: wie eingangs erwähnt, dürfen sich Leute aus UA unabhängig von ihrem Status visafrei für 90 (In Berlin und BB 90+) Tage in Deutschland aufhalten. Quasi als Touristen, Kurzzeitbesucher, you name ist. Das bedeutet auch, dass sie mit diesem Aufenthaltstitel die gleichen Sach- und Geldleistungen kriegen, wie jeder andere Tourist, nämlich keine. Darunter fällt auch Unterkunft, Schule, medizinische Versorgung. Stand JETZT kriegen die Leute in Berlin in einem Ankunftszentrum natürlich ein Dach überm Kopf, Verpflegung und werden medizinisch versorgt. Eine Rechtsanspruch gibt es aber nicht.

Geplant ist, dass Geflüchtete aus der UA nach '§24 AufenthG Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz' einen Aufenthaltstitel als Kriegsflüchtlinge kriegen können. Das wird sicherlich auch zeitnah umgesetzt, meines Wissens nach ist das aber JETZT noch nicht der Fall. Dauert halt ein bisschen. Wer JETZT sein Asylbegehren anzeigt, ist eben in einem laufenden Asylverfahren, was zahlreiche Folgen nach sich zieht. Kurzer Abriss ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

- Residenzpflicht
- Verteilung nach Königsteiner Schlüssel (Deutschlandweit. Berlin z.B. nimmt ~5% der Leute)
- Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft aka Asylbewerberheim (willste besonders in der Stadt nicht drin wohnen)
- Taschengeld, weil Unterkunft und Verpflegung gestellt werden
- medizinische Versorgung außer in Notfällen bei Bedarf (ob Bedarf besteht, entscheidet ein fachfremder Sachbearbeiter)
- ein eventuell vorhandenes (Langzeit)Visum erlischt mit dem Asylgesuch

Kann also gut sein, dass Ludmilla, Vadim und ihre Kinder Familie in Mainz haben, aus Gründen ein Asylbegehren stellen und dann in einem Heim in Oschatz (Sachsen) landen. Im Heim wohnen außerdem noch mehrere kriegsversehrte und vollständig traumatisierte Brüder, die Stimmen hören und Nachts durch fremde Zimmer gehen und da mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, damit sie kurz nichts hören. Vadim hat noch nicht diagnostiziertes Asthma, aber der zuständige Sachbearbeiter Ronny entscheidet, dass Vadim bestimmt wie alle von da hinten zwei Schachteln gefälschte Kippen am Tag raucht, faul und weinerlich ist und sich mal zusammenreißen soll.

Das gilt es zu verhindern. Wenn allerdings der AsylANTRAG durch ist, gibt es im Prinzip Leistungen wie bei ALG II. Wie gesagt, für Geflüchtete aus UA soll quasi direkt §24 AufenthG kicken, was den Zeitraum als lediglich Geduldeter mit AsylGESUCH auf 0 bringen soll. Darauf, und das ist meine ganz persönliche aus Erfahrung gespeiste Meinung ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit, würde ich aber nicht wetten. Es ist davon auszugehen, dass alles wie geplant läuft, gleichzeitig ist deutschen Ausländerbehörden absolut zuzutrauen, dass sie Ludmilla und Vadim direkt nach ihrem AsylBEGEHREN nach Oschatz schicken, die beiden zwei Tage später aber einen positiven Asylbescheid kriegen und dann wieder nach Mainz zur Familie können.

Deshalb würde ich Geflüchteten aus der UA im persönlichen, außerberuflichen Feld empfehlen, das AsylGESUCH vorerst zurückzustellen und erstmal im Bereich 90 Tage visafreier Aufenthalt zu bleiben, wenn das finanziell und räumlich machbar ist, z.B. über Family vor Ort.

1/x habe eben Besuch bekommen.

/
2/x Wie gesagt, wenn man Mittel oder Kontakte hat.

Aufnahme von Geflüchteten: Supernice und so. Gerade dicker Hype. Die bleiben aber nicht ein Wochenende. Wenn man keinen wirklichen Raum hat, kann man das lassen. Grundsätzlich ist alles cooler als Gemeinschaftsunterkunft, aber die Couch in der 40 m² Bude ist Dreck. Wir hatten in der laufenden Woche 2 (zwei) echt Leute, die gönnerhaft ihr Sofa angeboten haben, selfie, alles tutti, diesdas und dann Familien rausgeworfen haben, weil xyz #wennmandasnochsagendarf Entweder haste Platz oder nicht. Kurz das Katzenklo verschieben ist kein Platz. Die Leute bleiben vorerst, ohne Status gibt es kein Geld. Wer das so durchziehen will, darf nicht abgeiern.

Fluchterfahrung ist hardcore. Für die allermeisten Menschen ist Krieg und Vertreibung kein normaler move. Das gilt besonders für direkt Betroffene. In sich gehen, ob man das packt. Wenn ein Kind die ganze Nacht durchbrüllt oder Typ wegen offener Gardinen ausrastet oder Frau wegen roter Schuhe. Im Spatzenhirn ist alles machbar, in echt eben nicht.

Auch Geflüchtete aus der UA können abartige Hundesöhne sein. Autochthone K-Wörter sind nicht exklusiv beschissen.
[Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert; zum letzten Mal von zapedusa am 08.03.2022 1:23]
07.03.2022 20:35:00  Zum letzten Beitrag
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Mountainbiker

AUP Mountainbiker 11.06.2012
...
Wir rechnen an unserer Schule auch damit, dass wir in den nächsten Wochen wieder Intensivklassen einrichten müssen. Zum Glück sind noch genug Leute mit Erfahrung in Deutsch-Intensivklasse bei uns an der Schule. Werden weiter interessante Zeiten an der Schule bleiben.
08.03.2022 17:37:02  Zum letzten Beitrag
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Crosshead

AUP Crosshead 25.01.2016
...
Von unserer Rektorin gabs auch ne Mail, dass man sich darauf vorbereitet Kinder aufzunehmen und das als absolute Selbstverständlichkeit und Gebot der Nächstenliebe sieht.

Ich hatte heute einen Tag Urlaub, um mein Arbeitszimmer im Souterrain auszuräumen. Am Wochenende zieht hier eine Mutter mit ihrem Kind ein. Verwandte der Arbeitskollegin meiner Frau aus der Ukraine. Wir hätten und haben es aber auch der Stadt gemeldet und hätten auch wen ohne direkten Kontakt aufgenommen.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von Crosshead am 08.03.2022 21:02]
08.03.2022 20:44:28  Zum letzten Beitrag
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M'Buse

AUP M@buse 22.12.2015
...
Stabiler Post Zape. Danke für die Aufklärung.
08.03.2022 20:57:15  Zum letzten Beitrag
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Buxxbaum

AUP Buxxbaum 13.12.2009
Frau von Mutters Cousin ist Ukrainerin und hat am Wochenende einen LKW und zwei Kleintransporter Hilfsgüter, die hier im Ort gesammelt wurden zur ukrainischen Grenze gebracht. Ziel war auch Hilfesuchende mitzunehmen - wir haben dazu unser Gästezimmer angeboten und sind dabei eine Wohnung zu richten, in der vier Personen mittelfristig unterkommen könnten. 9 Plätze waren verfügbar in den Autos aber am Ende wollten nur 5 mit, zu uns wollte niemand mitkommen. Süddeutschland scheint vielen dann doch zu weit entfernt zu sein. Viele wollten nur nach Berlin mitfahren. Sie war dann auch etwas enttäuscht, dass sie nicht mehr Leuten helfen konnte, aber viele hoffen einfach auch schnell wieder in die Heimat zu können. Da will man vielleicht nur ungern 1300km weit weg.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von Buxxbaum am 08.03.2022 22:22]
08.03.2022 22:19:05  Zum letzten Beitrag
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Crosshead

AUP Crosshead 25.01.2016
Scheint regional wirklich noch sehr unterschiedlich zu sein. Hier in Thüringen sind wohl recht viele Ukrainerïnnen. Auch an Kindergärten und Schulen gibt es Personal, dass aus der Ukraine stammt und jetzt Freunde und Familie hier unterbringt.

Die Arbeitskollegin meiner Frau wohnt mit ihrem Mann jetzt ohne Warmwasser in deren Gartenhaus, weil in ihrer Wohnung inzwischen14(!)Angehörige übernachten, von denen jetzt dann 2 bei uns einziehen werden. Aber sie kriegt die wohl ganz gut verteilt, ist nur nicht alles von heute auf morgen fertig.
08.03.2022 23:03:50  Zum letzten Beitrag
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Tiefkühlpizza

AUP Tiefkühlpizza 23.06.2021
 
Zitat von M'Buse

Stabiler Post Zape. Danke für die Aufklärung.



Jop, vielen Dank dafür!
09.03.2022 14:00:09  Zum letzten Beitrag
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Kirius

Kirius
 
Zitat von Crosshead


Wer den Platz hat, kann natürlich Unterkünfte zur Verfügung stellen. Das geht u.a. über https://www.unterkunft-ukraine.de/ oder ihr meldet Kapazitäten direkt bei der Stadt.



Es gibt auch noch https://warmes-bett.de.
09.03.2022 19:20:26  Zum letzten Beitrag
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zapedusa

AUP zapedusa 04.02.2020
Bin ja noch gar nicht fertig!

3/3

Sind jetzt bei 80k registrierten Menschen in Deutschland, auf der Flucht sind 2 Millionen, überwiegend in Polen und anderen angrenzenden Ländern. Deshalb möchte ich nochmal darauf hinweisen, eine Geldspende im humanitären Sinne an eine Organisation abzudrücken, die im Grenzgebiet arbeitet. Da geht es dann auch um Versorgungsfahrten in die UA und um medizinische Akutversorgung für Geflüchtete. In Deutschland selbst mangelt es gerade wirklich nicht an Geld.

Apropos Grenzgebiet: ich weiß aus erster Hand, dass in Polen bereits Desinfo läuft, was die Geflüchteten da so alles der Bevölkerung antun. Da kann man ziemlich sicher von ausgehen, dass auch das Teil der Kriegsführung ist. 2015/2016 war das bereits erfolgreich, um hier ein bisschen Feuer ins Volk zu bringen und damit meine ich keinen Flamenco. Gerade auch Deutschland ist beliebtes Ziel solcher Kampagnen, finden sich doch jede menge dankbare Abnehmer. WIRKLICH aufpassen, was man so alles hört und erzählt kriegt. Fängt oft klein an, aber wenn man 20 mal hört und weitererzählt, dass die Wilden in der Nachbarschaft die Post klauen, kann man das so oft widerlegt bekommen, wie man lustig ist. Da bleibt was hängen. In Berlin haben wir gerade schon das Gerücht, Kitaplätze würden geräumt. Was echt irre ist, weil die letztens erst wegen der Afghanen geräumt wurden, die aber eigentlich gar nicht hätten geräumt werden müssen, weil die Eltern wegen der Afghanen ihre Kinder gar nicht mehr in die Kita schicken wollten, was wiederum auch ein Gerücht war, aber immer kennt jemand echt mindestens drei Kita-Gruppen, die sich gerade auflösen, weil die Eltern um das Leben ihrer Kinder fürchten. Außerdem werden ja eh Plätze frei, wegen Mord und Entführung und so. Diese Kita-Nummer wird sich ausweiten, später sind Schulen dran. Aus einem Typen der hintern Busch pisst wird ne versuchte Vergewaltigung, zusammengeschlagene Polizistinnen (!), ausgeräumte Supermärkte, "Scholz zahlt!", diesdas. Es sind halt viele Leute apokalypsegeil und wollen vermeintliche Neuigkeiten, gerade nahezu unglaubliche, früher droppen, als Putin ne Mini-Nuke. Propaganda funktioniert immer nochmal ne Spur besser, wenn Blödheit und Menschenhass dabei sind. Also: uffpasse und kein Arschloch sein. Man muss auch zu niemandem freundlich sein, der solch einen Murks in die Welt kotzt. Ich hätte to be honest nicht erwartet, dass die Nummer SO schnell anläuft.

Zur Aufnahme nochmal: wie gesagt, die Leute kommen unter. Leute privat aufnehmen ist auch nach wie vor eine nette Sache, nur möchte ich wirklich nochmal betonen, was das heißen kann. Ich möchte nicht zu sehr in strategische Überlegungen abgleiten, aber für den Fall einer ukrainischen Niederlage und der Zerschlagung des Staates bzw. dem Einsetzen einer Marionettenregierung, werden die allermeisten jetzt geflüchteten Menschen hier bleiben. Isso. Wenn ein Schutzstatus durch ist, in dem Fall z.B. nach §24 AufenthG, haben die Leute auch ein Anrecht auf eine vom Jobcenter bezahlte Wohnung. Die müssen sie aber erstmal kriegen, über die Wohnungslage müssen wir hier nicht reden (siehe btw auch Gerüchte. Da dürfte die nächste Hochphase beginnen "Deutsche müssen unter Brücken pennen, die Wilden kriegen ne Villa in München!"). So, jetzt habe ich also Leute aufgenommen, die haben ihren Schutzstatus, kriegen aber keine Bude. Kann ich die so lange bei mir halten, bis sie eine haben oder schmeiße ich sie nach zwei Monaten raus und lasse sie in eine Flüchtlingsunterkunft ziehen?

Da muss man konsequent sein und nicht nur ein paar Tage Feeldgood haben wollen. Nächster Punkt: die Leute sind halt auch wirklich gefickt. Die hatten bis eben noch ein normales Leben mit Arbeit, Konto, Sportverein, Supermarkt und Wohnung, jetzt haben sie ÜBELSTEN Scheiß erlebt und sind mittellose Bittsteller in einem fremden Land. Man hat mit Depressiven zu tun, Wütenden, Verzweifelten. Leute, die täglich persönlich sehr schlechte Nachrichten aus ihrer Heimat und von ihren Familien kriegen können. Die brauchen Raum, um auch mal alleine sein zu können. Deshalb wirklich, wirklich darauf achten, nicht gönnerhaft die Couch anzubieten. Wer in seiner Bude ein Gästezimmer, vielleicht ein räumbares Büro oder sogar noch ein zweites Bad hat, kann sich das mfM nach überlegen und reinhauen. Eine Couch im Wohnzimmer ist aber Murks. Geht ja auch um Würde, nech. Rückzugsräume, alleine schon um sich anzukleiden. Einfach auch akzeptieren, dass die euch nicht jeden Tag um den Hals fallen, weil ihr so nette Menschen seid. Die haben ALLES verloren. Wenn Kinder dabei sind, ist es absolut vorstellbar, dass die sich unabhängig vom Alter Nachts einpissen. Fremde Umgebung, man traut sich nicht aufzustehen und dann natürlich eventuell erlebtes. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, einen Vorrat Nachtlichter (diese Steckdosendinger) am Start zu haben und die dann auszugeben. Sollte man investieren. Auch bietet es sich an, den Leuten Zugang zu Information und Unterhaltung zu bieten. Rückt direkt den W-Lan-Schlüssel raus und guckt, was die Spielekiste so zu bieten hat. Auch abchecken, ob und was die so an SIM-Karten brauchen. Damit K-Wörter sich über Flüchtlinge mit Handy aufregen können, aber auch für die private Kommunikation.

Würde auch nächster Punkt: wie gesagt, mittellose Bittsteller. Üble Vorstellung, oder? Sollte man den Menschen im besten Fall nehmen. Also, wer jemanden aufnimmt, kauft vorher natürlich ein und macht sich dann einen Kopp, wie die Versorgung so aussehen soll, bis irgendwann mal Leistungen am Start sind und die Leute ihren Scheiß selbst kaufen können. Unter den Geflüchteten gibt es einen mengenmäßig relevanten Anteil Juden, die zwar nicht auf koschere Küche bestehen, aber auf keinsten Schwein essen. Also vorsorglich auf den ja!-Schinken beim Willkommens-Einkauf verzichten. Es bietet sich an, da nicht wie der letzte Kolonialherr aufzutreten, sondern möglicherweise die folgenden Einkäufe gemeinsam zu machen. Und dann auch nicht "Ich gehe gleich einkaufen, was braucht IHR denn?" sondern eher "Gehen wir einkaufen?". Gerne auch irgendwas übertrieben Großes mitnehmen (20 Kästen Bier, Playboy mit pOT-Müttern) um Hilfe zu benötigen. Wichtig fürs Jefüüüühhhl. Dann können die ihren Scheiß nämlich direkt mit in den zweiten Einkaufswagen werfen, während sie euch bei eurem Alkoholismus und euren Perversionen helfen. Möglichst auch lieber einmal die Woche in den Laden, als alle zwei Tage, damit diese wirklich unangenehme Situation (Ohne mein Geld hast du nichts zu fressen) nicht zur täglichen Unannehmlichkeit wird. Es ist davon auszugehen, dass die Leute sich erkenntlich zeigen wollen und euch einladen oder dick kochen und Saufisaufi auf den Tisch stellen, sobald sie Cash haben. Ohne Diskussion (kannste dir doch gar nicht leisen) annehmen. Wenn ihr mit euren Leuten mal was trinken wollt, bieten sich ohne Scheiß bessere Dönerbuden an. Die verchecken Tee für 50 Cent. Im Westen vielleicht mehr. Wenn dann eine Gegeneinladung kommt, übernimmt sich niemand.

Hilfe allgemein: egal, ob man "nur" nebenbei helfen will oder Leute aufnimmt, sind Behördengänge zu erledigen. Schaffen die Leute zur Not alleine, ist aber Blödsinn, wenn man jemanden hat. Wir nennen das "Wegbegleitung". Das kann jeder machen. Also wirklich jeder. Eine perfekte ehrenamtliche Tätigkeit, wallah. Einfach bei der nächsten Unterkunft melden. Problem ist nämlich, dass die Sozialarbeiter zu tun haben und eben nicht Ausländeramt, Jobcenter, Bürgerbüro und Postbank (Schufa-Auskunft für Konto, kein Scheiß) für alle abfrühstücken können. Das dauert Stunden, gerade jetzt. Wenn man aber jemanden am Start hat, der sich mit den Leuten in der Behörde unterhalten kann, ist zumindest der Teil im Büro schnell erledigt. Ist dann auch vollkommen latte, ob ihr euch sprachlich mit den Geflüchteten verständigen könnt. Ihr übernehmt einfach das Reden in der Behörde, füllt den Scheiß aus und dann wird ggf danach im Haus geklärt, was gemacht wurde. Also WAS anliegt, wissen die ja eh. Würde dann z.B. so ablaufen, dass ihr euch anbietet, den Personen gesagt wird, wer ihr seid und was jetzt geht, ihr fahrt zu Behörde x und dann war es das auch. Ist WIRKLICH ne beschissen große Hilfe. Wir haben bei uns im Haus einen Pool von Geflüchteten, die diese Wegebegleitung für ihre Lands- bzw. Sprachleute übernehmen, weil sie auch noch Deutsch oder Englisch können. Aber dafür brauchste Zeit und Lust und irgendwann hat niemand mehr Bock, jeden Tag dafür unterwegs zu sein. Deshalb: perfektes Ehrenamt. Gibt auch weitere Probleme in dem Bereich. Anekdote: Geflüchteter aus Afghanistan, hat im Feldlager Mazar-i-Sharif Bauleitung für die Bundeswehr gemacht. Junger Mann, spricht fließend Englisch, brauchte aus unserer Sicht keine Wegbegleitung, weil patenter Typ und Englisch. In der Ausländerbehörde hat sich der Sachbearbeiter geweigert, mit ihm Englisch zu sprechen, was er ihm auf Englisch mitgeteilt hat. Einfach aus Prinzip. Amtssprache ist Deutsch. Das hätte sich der Hund nicht getraut, wenn Heiko-Alexander danebengestanden hätte. Machen.

Und ganz allgemein, gerade wenn es um Asylkrams geht: da kann man richtig viel falsch machen und den Leuten nachhaltig das Leben versauen. Wenn ihr keine Ahnung habt (habt ihr nicht) nicht einfach kurz Google anwerfen und dann Rat geben. Immer Profis fragen. Gerade die organisierten Flüchtlingshelfer haben immer Jura-Leute am Start. Da fragen. Mache ich auch so, trotz langjähriger ehrenamtlicher und jetzt Lohnarbeit in dem Bereich.

Ich wollte noch irgendwas erzählen, habe ich aber vergessen. Wenn ne Frage ist, einfach raushauen. Auch bei akuten Problemen oder was. PMs sind offen lel
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von zapedusa am 09.03.2022 19:42]
09.03.2022 19:33:19  Zum letzten Beitrag
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[oMD]psychodaddy

X-Mas Arctic
// Wenn es geht, nehmt auch privat Leute auf.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von [oMD]psychodaddy am 12.03.2022 0:57]
12.03.2022 0:43:11  Zum letzten Beitrag
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dantoX

dantoX
 
Zitat von zapedusa

Zur Aufnahme nochmal: wie gesagt, die Leute kommen unter. Leute privat aufnehmen ist auch nach wie vor eine nette Sache, nur möchte ich wirklich nochmal betonen, was das heißen kann. Ich möchte nicht zu sehr in strategische Überlegungen abgleiten, aber für den Fall einer ukrainischen Niederlage und der Zerschlagung des Staates bzw. dem Einsetzen einer Marionettenregierung, werden die allermeisten jetzt geflüchteten Menschen hier bleiben. Isso. Wenn ein Schutzstatus durch ist, in dem Fall z.B. nach §24 AufenthG, haben die Leute auch ein Anrecht auf eine vom Jobcenter bezahlte Wohnung. Die müssen sie aber erstmal kriegen, über die Wohnungslage müssen wir hier nicht reden (siehe btw auch Gerüchte. Da dürfte die nächste Hochphase beginnen "Deutsche müssen unter Brücken pennen, die Wilden kriegen ne Villa in München!"). So, jetzt habe ich also Leute aufgenommen, die haben ihren Schutzstatus, kriegen aber keine Bude. Kann ich die so lange bei mir halten, bis sie eine haben oder schmeiße ich sie nach zwei Monaten raus und lasse sie in eine Flüchtlingsunterkunft ziehen?

Da muss man konsequent sein und nicht nur ein paar Tage Feeldgood haben wollen. Nächster Punkt: die Leute sind halt auch wirklich gefickt. Die hatten bis eben noch ein normales Leben mit Arbeit, Konto, Sportverein, Supermarkt und Wohnung, jetzt haben sie ÜBELSTEN Scheiß erlebt und sind mittellose Bittsteller in einem fremden Land. Man hat mit Depressiven zu tun, Wütenden, Verzweifelten. Leute, die täglich persönlich sehr schlechte Nachrichten aus ihrer Heimat und von ihren Familien kriegen können. Die brauchen Raum, um auch mal alleine sein zu können. Deshalb wirklich, wirklich darauf achten, nicht gönnerhaft die Couch anzubieten. Wer in seiner Bude ein Gästezimmer, vielleicht ein räumbares Büro oder sogar noch ein zweites Bad hat, kann sich das mfM nach überlegen und reinhauen. Eine Couch im Wohnzimmer ist aber Murks. Geht ja auch um Würde, nech. Rückzugsräume, alleine schon um sich anzukleiden. Einfach auch akzeptieren, dass die euch nicht jeden Tag um den Hals fallen, weil ihr so nette Menschen seid. Die haben ALLES verloren. Wenn Kinder dabei sind, ist es absolut vorstellbar, dass die sich unabhängig vom Alter Nachts einpissen. Fremde Umgebung, man traut sich nicht aufzustehen und dann natürlich eventuell erlebtes. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, einen Vorrat Nachtlichter (diese Steckdosendinger) am Start zu haben und die dann auszugeben. Sollte man investieren. Auch bietet es sich an, den Leuten Zugang zu Information und Unterhaltung zu bieten. Rückt direkt den W-Lan-Schlüssel raus und guckt, was die Spielekiste so zu bieten hat. Auch abchecken, ob und was die so an SIM-Karten brauchen. Damit K-Wörter sich über Flüchtlinge mit Handy aufregen können, aber auch für die private Kommunikation.



Finde ich ganz klasse, dass Du hier im Detail nochmal erläuterst, was eine Aufnahme von Flüchtlingen unter Umständen bedeuten könnte.

Ich wohne mit meiner Familie in einem kleinen Einfamilienhaus und habe mir auch schon überlegt ob das theoretisch ginge. Aber mehr als eine Couch im Wohnzimmer könnte ich nicht anbieten. Und selbst wenn wäre das keine Situation, die ich mir und anderen für Wochen ggf. sogar Monate antun wollte.
12.03.2022 12:11:44  Zum letzten Beitrag
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[oMD]psychodaddy

X-Mas Arctic
Jo, schwer und verstehe ich. Ich unterstütze in einer Turnhalle als Sammelunterkunft, meine Erfahrung: Es werden jene, die am "verletzlichsten" sind, zuerst privat vermittelt. Gestern kamen circa 8 - 10 Busse, da waren bestimmt 10 sehr junge Mütter mit Säuglingen dabei. Da ist eine Halle, in dem Feldbett neben Feldbett steht unheimlich scheiße. Hab selber noch eine 20 Jährige Mutter mit ihrem ein Monat altem Kind privat vermitteln können und sie nachts um halb 12 dort hin gebracht. Heute schon mit den Freunden telefoniert, sie hat halt gar nichts außer eine Flasche, einen Schnuller und das war's. Sie ist noch im Wochenbett, ist unheimlich schüchtern und dankbar. Privat haben die Freunde von mir nun alles organisiert, sogar ne Hebamme...

Klar, gibt aber auch andere und es ist ne große Belastung, daher auch volles Verständnis wenn so nicht geholfen werden möchte. Wenn jemand in München aufnehmen will, schreibt mir ne PM und ich kann direkt so eine Konstellation vermitteln. Insgesamt konnten wir gestern nur drei Mütter mit Säuglingen vermitteln können.
12.03.2022 16:40:11  Zum letzten Beitrag
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zapedusa

AUP zapedusa 04.02.2020
...
 
Zitat von [oMD]psychodaddy

Jo, schwer und verstehe ich. Ich unterstütze in einer Turnhalle als Sammelunterkunft, meine Erfahrung: Es werden jene, die am "verletzlichsten" sind, zuerst privat vermittelt. Gestern kamen circa 8 - 10 Busse, da waren bestimmt 10 sehr junge Mütter mit Säuglingen dabei. Da ist eine Halle, in dem Feldbett neben Feldbett steht unheimlich scheiße. Hab selber noch eine 20 Jährige Mutter mit ihrem ein Monat altem Kind privat vermitteln können und sie nachts um halb 12 dort hin gebracht. Heute schon mit den Freunden telefoniert, sie hat halt gar nichts außer eine Flasche, einen Schnuller und das war's. Sie ist noch im Wochenbett, ist unheimlich schüchtern und dankbar. Privat haben die Freunde von mir nun alles organisiert, sogar ne Hebamme...

Klar, gibt aber auch andere und es ist ne große Belastung, daher auch volles Verständnis wenn so nicht geholfen werden möchte. Wenn jemand in München aufnehmen will, schreibt mir ne PM und ich kann direkt so eine Konstellation vermitteln. Insgesamt konnten wir gestern nur drei Mütter mit Säuglingen vermitteln können.


Super Typ.
12.03.2022 16:51:02  Zum letzten Beitrag
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[oMD]psychodaddy

X-Mas Arctic
Danke, aber schlussendlich mach ich das nicht aus Altruismus, sonder weil ich meiner Tochter so Werte mitgeben möchte.

Fetten Respekt aber an meine Freunde, die die zwei aufgenommen haben, trotz eigenem Kind ihr Schlafzimmer geräumt und ins Kinderzimmer mitgezogen sind.

Worum es mir aber primär geht: es findet schon eine Auswahl statt, wer vermittelt wird, da das Angebot auch sehr gering ist. Die Gefahr völlige Arschlöcher zu bekommen, auch wenn es dir gibt, ist gering.
12.03.2022 16:58:24  Zum letzten Beitrag
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Crosshead

AUP Crosshead 25.01.2016
 
Zitat von zapedusa

Zur Aufnahme nochmal: wie gesagt, die Leute kommen unter. Leute privat aufnehmen ist auch nach wie vor eine nette Sache, nur möchte ich wirklich nochmal betonen, was das heißen kann. Ich möchte nicht zu sehr in strategische Überlegungen abgleiten, aber für den Fall einer ukrainischen Niederlage und der Zerschlagung des Staates bzw. dem Einsetzen einer Marionettenregierung, werden die allermeisten jetzt geflüchteten Menschen hier bleiben. Isso. Wenn ein Schutzstatus durch ist, in dem Fall z.B. nach §24 AufenthG, haben die Leute auch ein Anrecht auf eine vom Jobcenter bezahlte Wohnung. Die müssen sie aber erstmal kriegen, über die Wohnungslage müssen wir hier nicht reden (siehe btw auch Gerüchte. Da dürfte die nächste Hochphase beginnen "Deutsche müssen unter Brücken pennen, die Wilden kriegen ne Villa in München!"). So, jetzt habe ich also Leute aufgenommen, die haben ihren Schutzstatus, kriegen aber keine Bude. Kann ich die so lange bei mir halten, bis sie eine haben oder schmeiße ich sie nach zwei Monaten raus und lasse sie in eine Flüchtlingsunterkunft ziehen?



Wir haben eine Küchenzeile bei Ebay-Kleinanzeigen besorgt, Waschmaschine und Trockner aus dem Gästebad in den Keller. Waschmaschine und Trockner können die natürlich auch nutzen, aber die sollen das Gästebad für sich haben. Haben das ganze Untergeschoss (meine ManCave/Arbeitszimmer) leer geräumt und mit Kleiderschrank, Kommode, Esstisch und Stühlen ausgestattet. Wir sind drauf eingerichtet, dass die ein halbes Jahr oder länger bleiben. Und wenn es keine Miete gibt, weil das Amt das nicht als Wohnung akzeptiert, weil nicht 100% baulich abgetrennt, jo, dann ist das so. Dann wohnen die da halt mietfrei.
12.03.2022 17:40:11  Zum letzten Beitrag
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serendipity

AUP serendipity 17.05.2021
 
Zitat von zapedusa
Deshalb wirklich, wirklich darauf achten, nicht gönnerhaft die Couch anzubieten.



Ich hab mir aufgrund ähnlicher Überlegungen 2 Tage Zeit gelassen um darüber nachzudenken, ob ich meine Bude anbieten möchte oder nicht.

Umstände: Bettsofa (Also 1,40 x 2,00m ausklappbare Matratze im Sofa, nicht so eine räudige Schlafcouch bei der man nach einer Nacht einen Bandscheibenvorfall hat), 55m² 2 Zimmer Bude, das Wohnzimmer kann bei Bedarf von mir komplett zur Verfügung gestellt werden vong Privatssphäre her, dann stell ich meinen Schreibtisch eben so lange ins Schlafzimmer.
Mitten im Nirgendwo, Anbindung an Einkaufsläden etc pp nur mit ÖPNV oder Auto, fußläufig nichts erreichbar.


Ich hab 5 Jahre lang in einem WG-Zimmer mit 10m² gewohnt, ich würde mit dem Rückzug ins Schlafzimmer schon klarkommen.
Meine Bedenken galten also primär der von dir angesprochenen Würde von den Menschen, die hier ggfls unterkommen würden.

Kohle zum durchfüttern ohne Gegenleistung verlangen zu müssen ist vorhanden, genügend Verständnis und Empathie um Gegenleistung dennoch anzunehmen auch.
Ich hab da jetzt auch nicht das Gefühl die Märtyrerin vor dem Herrn zu sein, sondern für mich ist das eine Selbstverständlichkeit, ich würde mir das ja genauso auch von anderen wünschen, sollte ich jemals in eine ähnliche Lage kommen. (Haus fackelt ab oä.)

Wenn ich mich in einem Gedankenexperiment in die Lage von einer Person versetze die Hals über Kopf alles hinter sich lassen musste und in ein fremdes Land geflüchtet ist würde ich persönlich lieber unter den Umständen unterkommen die hier bei mir Zuhause herrschen als in einer Flüchtlingsunterkunft mit 200 anderen.
Ich denke da an eine alleinstehende Frau mit eventuell noch einem Kind, die hier völlig verloren ist und keine Verwandten/Freunde oä in Deutschland hat.
Da lande ich doch lieber auf dem Sofa einer alleinstehenden Frau die Zeit und Resilienz hat sich meiner anzunehmen als in einer Sammelunterkunft im System zu versinken?
12.03.2022 19:47:57  Zum letzten Beitrag
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zapedusa

AUP zapedusa 04.02.2020
 
Zitat von Crosshead

Wir haben eine Küchenzeile bei Ebay-Kleinanzeigen besorgt, Waschmaschine und Trockner aus dem Gästebad in den Keller. Waschmaschine und Trockner können die natürlich auch nutzen, aber die sollen das Gästebad für sich haben. Haben das ganze Untergeschoss (meine ManCave/Arbeitszimmer) leer geräumt und mit Kleiderschrank, Kommode, Esstisch und Stühlen ausgestattet. Wir sind drauf eingerichtet, dass die ein halbes Jahr oder länger bleiben. Und wenn es keine Miete gibt, weil das Amt das nicht als Wohnung akzeptiert, weil nicht 100% baulich abgetrennt, jo, dann ist das so. Dann wohnen die da halt mietfrei.


Tippitoppi. Wird wahrscheinlich nicht als eigene Bude akzeptiert. Untermietvertrag könnte eine Möglichkeit sein.

 
Zitat von serendipity

Wenn ich mich in einem Gedankenexperiment in die Lage von einer Person versetze die Hals über Kopf alles hinter sich lassen musste und in ein fremdes Land geflüchtet ist würde ich persönlich lieber unter den Umständen unterkommen die hier bei mir Zuhause herrschen als in einer Flüchtlingsunterkunft mit 200 anderen.
Ich denke da an eine alleinstehende Frau mit eventuell noch einem Kind, die hier völlig verloren ist und keine Verwandten/Freunde oä in Deutschland hat.
Da lande ich doch lieber auf dem Sofa einer alleinstehenden Frau die Zeit und Resilienz hat sich meiner anzunehmen als in einer Sammelunterkunft im System zu versinken?


Jo, in der Konstellation (Mutter+Kind ziehen bei Frau ein) sicherlich okay genug. Jetzt, wo der Krams auch ein wenig organisierter abläuft, passiert im "schlimmsten Fall" halt nichts. Du machst dein Angebot, es bieten sich aber räumlich bessere Möglichkeiten. Aber natürlich ändert das nichts am Grundsatz, dass eine Schlafcouch im Wohnzimmer keine Lösung ist. Wie gesagt, mach mal 90 Tage draus. Egal wie rücksichtvoll man unterwegs ist, die Leute merken ja trotzdem, dass sie einen Raum belegen, der sonst wirklich genutzter Wohnraum ist. Und fühlen sich dann auch als Störfaktor. Ich schlage bei solch einer Situation vor, gemeinsam aktiv nach einer Wohnung für die in dem Fall beiden zu suchen. Alleine schon um klarzumachen, dass du nicht nur eine Couch, sondern auch eine Perspektive bieten willst. Auf der Couch pennen ist einfacher, wenn ich einen Ausblick habe, dass das nicht die Dauerlösung sein soll und mir weiter geholfen wird.

Zu den Heimen: die sind sehr unterschiedlich aufgebaut. Grundsätzlich sind die aber nichts. Eng, laut, viele Verrückte. Bei uns im Haus allerdings, werden Familien, und das schließt auch einen Elternteil+Kind ein, in Wohnungen untergebracht. Das sind dann 1-2 Schlafräume, eine Wohnküche und ein Bad. Objektiv ist das besser als eine Couch. Jetzt allerdings sind wir auch in der Situation, dass Geflüchtete in Turnhallen unterkommen. Ja, dann ist eine Couch natürlich besser.

Wie gesagt, ruhig in einem Portal anbieten. Wenn es nichts wird weil günstigere Wohngelegenheiten am Start sind, ist es ja eh egal. Und ob die Leute auf deine Couch ziehen wollen, entscheiden sie ja am Ende selber.

Ganz allgemein nochmal so Frontbericht: Es sind wirklich komische Vögel unterwegs. Wir hatten jetzt ganz viele Fälle, wo Leute am Bhf meinten, sich irgendwie aussuchen zu können, wen sie aufnehmen. Also nicht "Eltern+Kinder" oder "Frau+Kinder". Sondern echt "Frau, jung, alleine", "Kind, alleine". Echt hardcore. So ein Pärchen ist komplett eskaliert, als ihm erklärt wurde, dass man natürlich nicht irgendwelchen Leuten Kinder in die Hand drückt. Da kümmert sich das Jugendamt drum. Die sind von jetzt auf gleich bemerkenswert ausfallend geworden und wurden dann auch von der DB-Sicherheit vom Platz geleitet. Richtig krass. Davon abgesehen, ist die Zahl unbegleiteter Kinder echt überschaubar. Gab wohl im Süden eine Ankunft von Heimkindern und ihren Betreuern, deshalb auch nicht unbegleitet. Das wird noch was.
12.03.2022 20:46:39  Zum letzten Beitrag
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HrHuss

AUP HrHuss 11.01.2019
Wir (2 Erwachsene, zwei Kinder, das kleinere 1,5J) überlegen tatsächlich auch, das Kinderzimmer frei zu machen und Geflüchtete aufzunehmen. Aber der Schnack ist aus den genannten Gründen nicht einfach und wir sind uns selbst unsicher, ob wir das wuppen. traurig

Grundsätzlich sind die Bedingungen ganz super, EFH, ruhige, zurückgezogene Gegend aber fußläufig in einiger Entfernung und mit Fahrrad ideal alles zu erreichen. Großes Kinderzimmer mit 3 Betten (1 Doppelstock, 1 Baby/Kleinkindbett) und kompletter Baby bzw. Kleinkindausstattung, gegenüber ein Bad, was dann größtenteils abgegeben werden kann (das einzige mit Wanne, die brauchen wir selbst auch ab und an für die Kinder). Dazu ist die Grundschule dichte dran und die Englischlehrerin ist tatsächlich gebürtige Ukrainerin. Bin mir sicher, dass, wenn hier noch mehr Schulkinder landen, eine inoffizielle Klasse geöffnet werden kann oder so. Egal, Zukunftsmusik.

Meine Hauptbedenken sind folgende:

- „Fass ohne Boden“ wie oben beschrieben. Kann ich gleichzeitig die Stadt unter Druck setzen, dass sie Wohnraum organisieren müssen oder zucken die dann nur mit den Schultern, weil das mein Problem ist? Drei bis 6 Monate sind schaffbar aber dann? Wir müssten uns schon einschränken und ich fürchte um den Familienfrieden. traurig
- ich bin leider maximal verbohrt, was andere Männer angeht, will ich nicht in meinem Haus, Punkt. Zape hat ja schon gesagt, dass Wunschliste weird ist aber auf Grund der Ausstattung wäre ne Muddi mit 1-2 Kids, davon 1 im Baby- bis Kleinkindalter sinnvoll. Kann ich das so auch „fordern“ oder ist das zu picky?
- ist man auf den Goodwill von Ärzten angewiesen oder wie läuft das im Notfall?

Ich erinner mich noch an dieses Bürgensystem aus der damaligen Flüchtlingskrise und hab da eher schlechte Erinnerungen dran. Das ist in der jetzigen Situation nicht vonnöten?
12.03.2022 23:35:04  Zum letzten Beitrag
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zapedusa

AUP zapedusa 04.02.2020
Eure Hütte dürfte so grundsätzlich hinhauen, Alter. Also echt jetzt mal. Ich meine, wer in Berlin hat überhaupt wirklich ein Zimmer über? Wenn ihr zusammenrücken könnt, ist das schon was wert. Es geht halt echt darum, im Idealfall einen RückzugsRAUM bieten zu können. Leute sind ja auch unterschiedlich, manche sind cool damit, den ganzen Tag zusammen in den Wohnräumen abzuhängen, andere wollen eben ihre Ruhe. Und davon würde ich einfach erstmal ausgehen. Man unterschätzt, was so eine Fluchterfahrung wirklich bedeutet. Jedem ist klar, dass das ganz schlimm und furchtbar und hastenichtgesehn ist, aber wenn du dann wirklich jemand mit solch einer Story vor dir hast, geht das weit von den Vorstellungen weg. Wie gesagt, da reicht manchmal ein falsches Geräusch im Radio, Wand hat die "falsche" Farbe, Junior rennt mit der Wasserpistole rum, Papa macht eine Knalltüte. Das muss man sich eben wirklich, wirklich klarmachen. Und auch nicht an sich selbst zweifeln, wenn man es mit jemandem zu tun hat, der oder die einfach nur alleine sein will. Bisschen mit anderen Helfern connecten, zusehen, dass man gefährliche Tendenzen erkennt und dann auch handeln. Wie gesagt, Kriegsflüchtlinge, die Teils unvorstellbare Dinge erlebt haben, die jeden Tag die Nachricht kriegen können, dass Freunde und Familie tot sind, manche stabiler, andere weniger. Muss man Auge machen und dann auch professionelle Hilfe holen.

Sooo picky finde ich deine Punkte eigentlich nicht. Ihr habt halt Platz für einen Erwachsenen+Kind. Wird in der Konstellation eh ne Mutter sein. Picky am Bhf in der Hinsicht war eher so, dass "Mann, mittelalt, alleine" eine "Frau, jung, alleine" aufnehmen wollte. Könnte einem ja selbst einfallen, dass das bestenfalls gruselig rüberkommt. Ist aber so oder so Käse. Ich hatte mich von Anfang an gewundert, dass diese Nummer von wegen Schilder hochhalten und dann ab dafür, überhaupt durchgezogen und nicht direkt unterbunden wurde. Inzwischen läuft das unter Anderem wegen solcher Typen wie berichtet eh nur noch über ein Online-Portal. Ist auch richtig so. 2016 vorm LAGESO war schon alles voll mit irgendwelche Pimmeln, die auf Frauensuche waren. Und von den Schilder-Arschlöchern waren auch so ein paar Brenner bei. Entweder ist ihnen dann doch aufgefallen, dass die 2er-Couch ne Scheiß Idee war, Aufnahme wurde nicht mit den 20 Mitbewohnern abgesprochen oder aber, die war richtig gut drauf, Mama in Lüdenscheid ist krank geworden und da muss man jetzt hinfahren. Und dann will man ja keine Fremden in seiner Wohnung lassen.

Medizinische Versorgung: ohne Status als Asylsuchender oder anerkannter Asylbewerber keine Versorgung. Anerkannt ist man ganz normal versichert, während eines laufenden Verfahrens nicht. Da läuft das anders, aber natürlich haben die Leute grundsätzlich Zugang. Wenn die Nummer erstmal ohne Registrierung läuft und sich die Geflüchteten visafrei hier aufhalten, sind die medizinisch so abgesichert wie jeder andere Besucher oder Tourist auch, der keine Auslandskrankenversicherung hat. ABER selbstredend haben sich für den speziellen Fall jetzt Arztpraxen zusammengefunden, die nicht nur in Berlin kostenlos und vollumfänglich Geflüchtete aus der UA behandeln. Und, wie anderer Stelle erwähnt, der Punkt mit dem Aufenthaltstitel wird sich sehr bald geklärt haben und damit auch die Arzt-Frage. Da würde ich mir am wenigsten Sorgen machen.

Bleibt halt noch die Sache, wie es weitergehen soll. Szenario: Frau und Kinder sind bei euch, nach ein paar Wochen gibt es die Anerkennung als Kriegsflüchtlinge und damit auch die Möglichkeit, in eine eigene Bude zu ziehen. Wohnungssuche, Berlin, mit Vorgaben vom Jobcenter, you know. Schon nicht so einfach, aber eben immer nochmal ne Spur beschissener, wenn man niemanden kennt. Leute, die bei euch wohnen, kennen jemanden. Jemand der passende Inserate suchen kann, Drecksbuden direkt erkennt, SCHUFA und sonstigen Papierkram klärt. Das ist ein echt dicker Vorteil. Die Wohnungskiste wird immer das drängendste Problem. Egal ob im ausgeräumten Kinderzimmer, in der Erstaufnahme oder eben auf der Couch: früher oder später willste da ja raus. Ich weiß aus Erfahrung, dass es nicht einfach ist, Geflüchtete eine Hütte zu besorgen. Da kriegste drölfzig Abzieher, die unter der Hand ne Provision wollen, immer mal wieder irgendein Arschloch, das dir vor der Tür nur erzählen will, dass "regierende:r Kanzler:in" in den Knast gehört und hastenichtgesehn. Aber gerade deshalb ist es dann nur von Vorteil, wenn man überhaupt jemanden kennt. Mit einem Freundeskreis, der sich nach freien Buden umhören kann und so. Das alles haben Geflüchtete nicht, du aber schon. Außerdem gehe ich nach allem, wie sich die Lage gerade entwickelt, davon aus, dass die Leute aus der UA vorerst nicht ganz so viel Stress auch bei Sachen wie Wohnungssuche haben werden. Kann und wird sich alles noch ändern, aber erstmal sind die Umstände trotz der Gesamtlage vergleichsweise positiv.

Vielleicht auch noch interessant: die 'Rona-Impfquote ist superbeschissen. Kollegin meinte die Tage, dass ungefähr 25-30% geimpft sind. Das wird schwerpunktmäßig angegangen, ist aber alles nicht so easy, gerade wo sich die Stadt noch so sehr auf den 90+ visafreien Tagen ausruht und Registrierte seit dem WE nach Königsteiner Schlüssel verteilt (~5% bleiben in Berlin, Rest kommt in andere Bundesländer). Muss aber trotzdem in der Birne haben, falls man jetzt irgendwie Ommer im Haus hat, die übelste Risikopatientin ist oder was. Kann man aber bestimmt auch als Präferenz angeben oder richtig cool sein und sich drum kümmern. Das haben die Ärzte und Ärztinnen, die jetzt für lau behandeln auch nochmal extra auf dem Schirm. Es wird einem niemand einen Vorwurf machen, wenn man da nach wie vor Vorsicht walten lassen will.
[Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert; zum letzten Mal von zapedusa am 13.03.2022 1:33]
13.03.2022 1:27:18  Zum letzten Beitrag
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serendipity

AUP serendipity 17.05.2021
 
Zitat von zapedusa

Aber natürlich ändert das nichts am Grundsatz, dass eine Schlafcouch im Wohnzimmer keine Lösung ist.



Jo, langfristig mit Sicherheit nicht. Sowas ist ja immer nur Übergangslösung, bis sich was besseres/eigenes findet.
Aber damit hat eine Frau/Mutti hier erstmal jemanden an der Seite, die bei Behördengängen und Wohnungssuche helfen kann und sich auch kulturell und logistisch im Land auskennt. Und man ist halt nicht allein in einer Massenunterkunft während man jeden Tag auf gute Nachrichten hofft und sich vor schlechten fürchtet, sondern hat eine Person, die wenigstens die organisatorische Last von den Schultern nehmen kann.

Ich werde aber auf jeden Fall auch mal schauen, ob die Flüchtlingsunterkunft hier nun auch Ukrainer:innen aufnimmt und da meine Hilfe bei Behördengängen etc pp anbieten.

Vielen Dank für deinen ganzen Input hier, das lindert Sorgen und Ängste, die als Hilfe anbietende Person aufkommen.
13.03.2022 2:38:05  Zum letzten Beitrag
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Lwis

AUP Lwis 20.06.2014
Bei uns im Kollegenkreis wurden diverse Spendenaktionen gestartet, die bei der ich mitgemacht habe, hat Geld gesammelt, dann über einen ukrainischstämmigen Kollegen ein Kontakt hergestellt und abgefragt was benötigt wird und das dann gekauft.
Essen, Wasser, Baby-/Kinderprodukte, etc., aber eben auch Militärausrüstung und winterfeste Kleidung.
Bzgl der Ausrüstung haben wir natürlich glücklicherweise leichter Zugriff, ein Kollege hat sogar eine übriggebliebene Schutzweste gespendet, ich hatte noch einen Feldrucksack, andere taktische Westen, etc.

Der Mann, mit dem wir in der Ukraine Kontakt hatten, ist dort der Luftabwehr in Kiew zugeteilt, seine Frau ist krebskrank und benötigt Chemotherapie. Die beiden haben einen 14 jährigen Sohn (und einen Hund).

Über einen weiteren Kollegen, dessen Frau Krankenschwester ist, konnte der kranken Frau tatsächlich ein Chemoplatz in Mainz besorgt werden, sowie eine Unterkunft dort.

Unsere zwei Hauptorganisatoren sind dann gestern mit vollgepacktem Anhänger ca. 2 km in die Ukraine reingefahren und haben die Sachen direkt an den Mann übergeben, der sie in Kiew abgeben wird. Zusätzlich wurde an der Grenze noch Geld an allein reisende Frauen mit Kindern verteilt.
Dann haben sich Frau und Kind vom Mann verabschiedet und sind mit den Kollegen zurück nach Deutschland gefahren.
Keiner weiß, ob die sich jemals wiedersehen.
13.03.2022 8:03:23  Zum letzten Beitrag
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Crosshead

AUP Crosshead 25.01.2016
NACAB
 
Zitat von Lwis

Keiner weiß, ob die sich jemals wiedersehen.



Sich das vor Augen zu halten ist immer wieder so krass, auch wenn es natürlich logisch ist.

Aber toll, dass Frau und Kind untergekommen sind, wobei es für den Sohn auch unglaubkich beschissen sein muss, weil er jetzt in Angst lebt, dass seine Mutter und sein Vater bald sterben können.
13.03.2022 10:37:28  Zum letzten Beitrag
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Lwis

AUP Lwis 20.06.2014
 
Zitat von Crosshead

 
Zitat von Lwis

Keiner weiß, ob die sich jemals wiedersehen.



Sich das vor Augen zu halten ist immer wieder so krass, auch wenn es natürlich logisch ist.

Aber toll, dass Frau und Kind untergekommen sind, wobei es für den Sohn auch unglaubkich beschissen sein muss, weil er jetzt in Angst lebt, dass seine Mutter und sein Vater bald sterben können.



Ja, das ist echt heftig. Der Sohn kann einem wirklich leid tun. 14 ist dafür auch ein scheiß Alter, alt genug um alles zu verstehen, zu jung um es wie ein Erwachsener verarbeiten zu können, zu alt um sich problemlos in eine neue Umgebung zu integrieren. Nicht dass es für sowas ein gutes Alter gäbe.

Ich weiß nicht, wie krank die Mutter ist. Auf den Bildern sah sie recht fit aus. Es bleibt zu hoffen, dass dem Jungen seine Eltern noch lange erhalten bleiben.
13.03.2022 16:49:23  Zum letzten Beitrag
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Nebelkraehe

X-Mas Leet
 
Zitat von [oMD]psychodaddy

Danke, aber schlussendlich mach ich das nicht aus Altruismus, sonder weil ich meiner Tochter so Werte mitgeben möchte.

Fetten Respekt aber an meine Freunde, die die zwei aufgenommen haben, trotz eigenem Kind ihr Schlafzimmer geräumt und ins Kinderzimmer mitgezogen sind.

Worum es mir aber primär geht: es findet schon eine Auswahl statt, wer vermittelt wird, da das Angebot auch sehr gering ist. Die Gefahr völlige Arschlöcher zu bekommen, auch wenn es dir gibt, ist gering.


Wir wohnen nicht in München sondern am anderen Ende in Kiel. Haben ein Kinderzimmer leergeräumt und da wir selbst 3 Kinder zwischen 8 Jahren und 6 Monaten haben, haben wir auch allerlei Ausstattung für Babys und Kleinkinder, die wir teilen oder zur Verfügung stellen können.
Falls also einer deiner Leute auch nach Kiel möchte, nur zu. Regional sind wir eingetragen in den typischen Dingen, aber da hat sich noch nichts konkretes ergeben.
Von anderen Leuten hier nehmen wir natürlich auch wen auf. Haustiere sind auch ok, solange sie freundlich zu unserem Hund sind.
13.03.2022 19:53:16  Zum letzten Beitrag
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zapedusa

AUP zapedusa 04.02.2020
Brechend: Leistungen für Geflüchtete aus UA

Berlin hat beschlossen, ab jetzt Leistungen nach AsylbLG auch ohne festen Wohnsitz zuzulassen. Relevant für Leute, die jemanden aufgenommen haben. Somit kann man auch ohne Registrierung/Stellen eines Asylgesuchs Cash und KK kriegen. Ich weiß nicht, wie es in andern Bundesländern aussieht, die dürften aber nachziehen.

In dem Fall ist das Sozialamt zuständig. Was man im Vorhinein, auch in anderen Bundeländern, schon regeln kann und sollte:

- Passfotos von jedem (KK-Karte)
- Kopie der Ausweise/Pässe
- Erklärung des Gastgebers (Formlos. Ich, Hans-Peter Vernunftvolk, geb. 8.8.1988 erkläre hiermit, X, y und z in meiner Wohnung Adresse aufgenommen zu haben)
- Erklärung KK und Einkommen (Ich, xyz, habe weder Einkommen noch eine KV in Deutschland)
- Der Antrag auf Leistungen nach AsylbLG ist idR auch irgendwo zum runterladen bereit. Müsst ihr gucken. Wichtig: auch wenn man in dem Wisch die einzelnen Angehörigen aufführen muss, müssen diese AUCH NOCH MAL einen eigenen Zettel ausfüllen. Das gilt auch für Kinder. Sind bis zu fünf Seiten oder so. Geht dann in der Behörde schneller, wenn man alles bereits ausgefüllt und angekreuzt hat. Sonst steht man an, man wird aufgerufen, gibt Zettel von Mama ab, wird mit leerem Zettel für Kind rausgeschickt, füllt aus, stellt sich wieder an und gibt ab. Wie an anderer Stelle erwähnt, kann das je nach Größe der Stadt Stunden dauern
- Konto. Kümmern, schnell. Auch wenn die rechtsextreme Sammelbewegung AfD und ihre strunzdummen Anhänger was anderes behaupten, gibt es die Leistungen nicht auf ausländische Konten, auf ukrainische derzeit erst doppelt nicht. Bis das Konto eröffnet ist, wird unter Umständen auch bar ausgezahlt

/Typo
[Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert; zum letzten Mal von zapedusa am 14.03.2022 10:47]
14.03.2022 10:22:31  Zum letzten Beitrag
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HrHuss

AUP HrHuss 11.01.2019
missmutig gucken
Kwelle ey
14.03.2022 10:35:24  Zum letzten Beitrag
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zapedusa

AUP zapedusa 04.02.2020
wat?
14.03.2022 10:38:28  Zum letzten Beitrag
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 Thema: Hilfe für die Ukraine und für geflüchtete Ukrainerinnen ( p0t hilft und hilft helfen! )
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