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 Thema: Erklärbär ( Ursus Docerus )
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M'Buse

AUP M@buse 22.12.2015
https://www.lg.com/de/monitore/lg-28mq780-b

Der macht nicht irgendwie ganz fickrig aber ich weiß nicht wie auf sowas das Fenstermanagement bei Windows läuft. Muss ich da immer mit Windows und den Pfeiltasten hantieren oder kann man den Bildschirm horizontal teilen und sich zwei Desktops machen?

(Gerade ist kein ich brauch was neues offen peinlich/erstaunt)
17.06.2022 22:42:37  Zum letzten Beitrag
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Atomsk

Atomsk
Pfeil
also auf der von dir verlinkten seite bietet lg zum monitor ne software namens "dual controller" an. ich geh also mal davon aus, dass es softwareseitig so eingerichtet wird, dass windows denkt, es sind zwei monitore.
18.06.2022 0:31:00  Zum letzten Beitrag
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gloerk

AUP gloerk 29.06.2008
Falls nicht, gibt es auch schöne Tools wie z.b. fancy zones aus den Microsoft powerToys, womit man sich die Desktop-Fläche in beliebige Grids unterteilen kann.
18.06.2022 0:41:18  Zum letzten Beitrag
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M'Buse

AUP M@buse 22.12.2015
Ok aber Windows selber kann das nicht, oder?
Geht darum dass ich das für mein Homeoffice in Betracht ziehe und da sieht es mit der Installation von extra Fenstermanagern eher schlecht aus weil die IT da nicht mitgeht. Das gleiche Problem hat man mit den Widescreen Monitoren.
18.06.2022 8:45:37  Zum letzten Beitrag
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1-2-3

1-2-3
Du kannst den auch per 2 Kabel anschließen, dann sind es 2 getrennte Monitore, siehe ebenfalls Produktseite
18.06.2022 9:26:54  Zum letzten Beitrag
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Real_Futti

Leet
Was willst du denn? Arbeitsrechner und privater Rechner gleichzeitig auf dem Schirm? Dell kann sowas via PiP, ohne extra Software.
18.06.2022 9:32:47  Zum letzten Beitrag
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M'Buse

AUP M@buse 22.12.2015
 
Zitat von 1-2-3

Du kannst den auch per 2 Kabel anschließen, dann sind es 2 getrennte Monitore, siehe ebenfalls Produktseite



Ok perfekt. Danke. Hätte ich tatsächlich selber sehen können.

@futti: wtf man. Nein.
18.06.2022 10:11:36  Zum letzten Beitrag
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Sniedelfighter

AUP Sniedelfighter 28.07.2008
Hatten wir nicht Mal n kochthread? Hab ne Frage zur Sauerteig Herstellung. Mache zum ersten Mal einen, daher keine Erfahrung.
Hab die Tage einen angesetzt, 50g 550er Mehl, 50 ml Wasser. Am zweiten Tag nochmal die Menge dazu, am dritten auch. Es blubbert zwar n bisschen, aber aufgehen tut eher nix, also wenn dann nicht viel. Wurde eher dünnflüssiger und es setzt sich Fusel ab. Hab gestern dann so 20g von der ursprünglichen Mischung weggenommen und nochmal mit 50/50 gemischt. Wird aktuell wieder nicht mehr und es wird wieder flüssiger und wieder Fusel.

Wird das noch oder sollte ich noch Mal von vorne anfangen?

/Geruch ist leicht säuerlich, aber auch nicht auffällig viel.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von Sniedelfighter am 18.06.2022 14:55]
18.06.2022 14:54:18  Zum letzten Beitrag
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audax

AUP audax 11.04.2020
 
Zitat von Sniedelfighter

Hatten wir nicht Mal n kochthread? Hab ne Frage zur Sauerteig Herstellung. Mache zum ersten Mal einen, daher keine Erfahrung.
Hab die Tage einen angesetzt, 50g 550er Mehl, 50 ml Wasser. Am zweiten Tag nochmal die Menge dazu, am dritten auch. Es blubbert zwar n bisschen, aber aufgehen tut eher nix, also wenn dann nicht viel. Wurde eher dünnflüssiger und es setzt sich Fusel ab. Hab gestern dann so 20g von der ursprünglichen Mischung weggenommen und nochmal mit 50/50 gemischt. Wird aktuell wieder nicht mehr und es wird wieder flüssiger und wieder Fusel.

Wird das noch oder sollte ich noch Mal von vorne anfangen?

/Geruch ist leicht säuerlich, aber auch nicht auffällig viel.

Fusel heißt, das er hungrig ist. Es kann auch mehrere Wochen dauern bis so ein Starter fertig ist. Du nimmst immer ein wenig vom Starter ab und mischt das dann mit Mehl und Wasser, den Rest tust du weg, also nicht einfach immer dazu füttern. Außerdem solltest du ein ungebleichtes Mehl nehmen, möglichst noch Bio. Wir wollen ja die Hefen und Bakterien die im Mehl schon sind anfüttern und mit dem Viehzeug aus der Luft kombinieren. Je nach Mehl kann das ein zäher Prozess sein.

Der Hamburger hier erklärt das ganz gut:
18.06.2022 15:11:33  Zum letzten Beitrag
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Sniedelfighter

AUP Sniedelfighter 28.07.2008
 
Zitat von audax

Fusel heißt, das er hungrig ist. Es kann auch mehrere Wochen dauern bis so ein Starter fertig ist. Du nimmst immer ein wenig vom Starter ab und mischt das dann mit Mehl und Wasser, den Rest tust du weg, also nicht einfach immer dazu füttern.



ok, also im Prinzip: einfach so weitermachen wie bisher, der kommt schon noch? Breites Grinsen
18.06.2022 15:15:47  Zum letzten Beitrag
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Sharku

AUP Sharku 12.12.2010
Dunkleres Mehl nehmen. 1050 oder besser gleich Vollkorn.
18.06.2022 15:16:57  Zum letzten Beitrag
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audax

AUP audax 11.04.2020
Es geht sehr viel schneller mit Bio Vollkornmehl. Wenn der Starter dann fit ist kannst du ihn auf das 550er umerziehen. Ich hab aus meinem Weizenstarter auch noch einen Roggenstarter gemacht, geht prima!

Wichtig ist wirklich: nicht immer nur Mehl und Wasser dazu, dann wird der Ansatz ja mit der Zeit riesig. Immer ne Löffel abnehmen vom Ansatz und den dann füttern.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von audax am 18.06.2022 15:28]
18.06.2022 15:26:35  Zum letzten Beitrag
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Sharku

AUP Sharku 12.12.2010
Ach ja, ausreichende Temperatur ist auch noch wichtig. So 26-30°C ist gut. Geschlossener Backofen mit dem Licht einer Glühbirne ist gut.
Beim aktuellen Wetter reicht aber wahrscheinlich auch die Zimmertemperatur. Breites Grinsen
18.06.2022 15:30:49  Zum letzten Beitrag
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Sniedelfighter

AUP Sniedelfighter 28.07.2008
 
Zitat von Sharku

Ach ja, ausreichende Temperatur ist auch noch wichtig. So 26-30°C ist gut. Geschlossener Backofen mit dem Licht einer Glühbirne ist gut.
Beim aktuellen Wetter reicht aber wahrscheinlich auch die Zimmertemperatur. Breites Grinsen



steht aktuell aufm Balkon (locker abgedeckt) Breites Grinsen

Und ja, ich würde ihm jetzt noch n bisschen geben und heute abend dann n Teil abnehmen und mit frischem Vermählen.
18.06.2022 15:36:08  Zum letzten Beitrag
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Sharku

AUP Sharku 12.12.2010
Solange er nicht in der Sonne steht... Breites Grinsen
18.06.2022 15:57:50  Zum letzten Beitrag
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Sniedelfighter

AUP Sniedelfighter 28.07.2008
Ne, schon im SchattenBreites Grinsen
18.06.2022 16:05:30  Zum letzten Beitrag
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[Muh!]Shadow

AUP [Muh!]Shadow 10.03.2015
Wichtig ist vor allem, audax' Kanal im Discord zu folgen
18.06.2022 16:53:22  Zum letzten Beitrag
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Armag3ddon

AUP Armag3ddon 04.01.2011
Du hast Armas falsch geschrieben!
18.06.2022 17:04:06  Zum letzten Beitrag
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AJ Alpha

AJ Alpha
Kennst du das Cockholmsyndrom?
18.06.2022 18:32:42  Zum letzten Beitrag
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Sniedelfighter

AUP Sniedelfighter 28.07.2008
Ok, der Sauerteig hat jetzt auch angefangen übel zu riechen. Hab ihn jetzt entsorgt und fange nachher noch Mal mit 1050er Mehl neu an Breites Grinsen
19.06.2022 9:28:50  Zum letzten Beitrag
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Armag3ddon

AUP Armag3ddon 04.01.2011
 
Zitat von AJ Alpha

Kennst du das Cockholmsyndrom?


Lieber Cockholdsyndrom.
19.06.2022 9:39:46  Zum letzten Beitrag
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audax

AUP audax 11.04.2020
 
Zitat von Sniedelfighter

Ok, der Sauerteig hat jetzt auch angefangen übel zu riechen. Hab ihn jetzt entsorgt und fange nachher noch Mal mit 1050er Mehl neu an Breites Grinsen

Ja ne. Ich sagte: Weitermachen. Das kann mitunter mehrere Wochen dauern. In den allermeisten Fällen entsteht ein guter Sauerteig, da die Säure alle anderen Bakterien und Pilze vertreibt. Auf dem Weg zu einem stabilen Starter kann es aber durchaus Mal komisch riechen und aussehen. Löffel abnehmen, anfüttern, Rest in die Tonne. Nach 3 Wochen hast du Sauerteig, mit etwas Glück auch schon viel früher. Der Prozess geht übrigens am einfachsten mit Roggenvollkorn. Also starte doch deinen Sauerteig damit und erziehe ihn später um zu einem Weizensauerteig
19.06.2022 10:10:49  Zum letzten Beitrag
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Sniedelfighter

AUP Sniedelfighter 28.07.2008
Achso. Hatte irgendwo anders gelesen dass sobald er faul riecht die falschen Bakterien gewonnen haben und dass man dann nur Murks züchtet. Breites Grinsen

/So macht man seine Erfahrungen
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von Sniedelfighter am 19.06.2022 10:18]
19.06.2022 10:17:47  Zum letzten Beitrag
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DeathCobra

AUP DeathCobra 24.06.2021
Nicht unbedingt. Aber immer saubere Behälter und Löffel benutzen. Direkt wenn die Spülmaschine lief oder mit kochendem Wasser spülen.
19.06.2022 10:34:32  Zum letzten Beitrag
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Almi

[BC]Alm
...
Ansonsten einen reifen Bioapfel zur Hilfe nehmen.
19.06.2022 10:38:33  Zum letzten Beitrag
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Herr der Lage

AUP Herr der Lage 16.10.2014
 
Zitat von Armag3ddon

 
Zitat von AJ Alpha

Kennst du das Cockholmsyndrom?


Lieber Cockholdsyndrom.



Rief hier jemand nach dem Cockhelmphantom?

19.06.2022 14:06:01  Zum letzten Beitrag
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TemplaR_AGEnt

templar agent
 
Zitat von DeathCobra

Ich fütter meiner Elster hier jeden Tag eine Paranuss. Nun lese ich auf Wikipedia "Der Selengehalt in Paranüssen ist so hoch, dass schnell eine Überdosis erfolgen kann, welche sich typischerweise in Haarausfall und Brüchigkeit der Nägel äußert". Ist das für den Vogel bei einer Nuss pro Tag ein Problem?



Hallihallo. DeathCobras Frage zur Paranuss-Verfütterung an seine Garten-Elster hat mich schon etwas beschäftigt und ich habe versucht, mich der Sache wissenschaftlich aber sicher nicht erschöpfend zu nähern. Ich gebe keine Garantie für Vollständigkeit meiner Recherchen. Eigentlich ist die Risikobewertung von Lebensmitteln nicht mein Spezialgebiet und in meiner täglichen Arbeit habe ich auch eher selten mit Vögeln (SBI.gif) als Zielorganismen von Noxen zu tun.

Ist Selenvergiftung überhaupt ein Phänomen, vor dem man Angst haben sollte?
Offensichtlich ja: es gibt in den USA z.B. Berichte zu Selenosen in Wasservögeln in Selen-verseuchten Feuchtgebieten im Westen der USA.[x]
In dieser und einer weiteren Studie [x] wurden männliche Stockenten über einen Zeitraum von 150 Tagen bzw. 112 Tagen (16 Wochen) mit Selen-angereicherter Nahrung gefüttert, um das Phänomen weiter zu untersuchen.
Beide Studien stellen in der jeweils höchsten Dosisgruppe (60 ppm bzw. 80 ppm) fest, dass viele bzw. alle Tiere während des Studienzeitraums sterben. Also ja, man kann Tiere schon einmal mit zu viel Selen bis zum Exitus vergiften. Die äußerlichen Symptome sind mit Alopecie (also Federausfall) und Schädigung der Krallen und Schuppen auch ähnlich den Selenose-Auswirkungen im Menschen.[X] Die zweite der beiden Studie leitet aus den Beobachtungen in den niedrigeren Dosisgruppen diagnostische Kriterien für eine nicht-tödliche Selenvergiftung in Vögeln ab: Entwicklung des Körpergewichts und Zustand des Gefieders. Ich ignoriere jetzt mal die Bestimmung von Selenkonzentrationen in Blut und Leber mangels Möglichkeiten.
Bei 40 ppm litten die Erpel an besagten Schädigungen der Krallen und Federverlust. Auch in dieser Gruppe wurde noch 15% Mortalität festgestellt. Puh, also das sind schon mal klar toxische Konzentrationen, die man in der Ernährung vermeiden sollte. Selbst bei 20 ppm ist noch eine der Testenten gestorben. Bei 10 ppm wurde jedoch keine Mortalität mehr festgestellt, es kam allerdings zu einem etwas verzögerten Einsetzen der Mauser im Vergleich zur Kontrollgruppe, in der keine selensupplementierte Kost verfüttert wurde (0 ppm). Die Entwicklung des Körpergewichts war in der 10 ppm und 20 ppm Gruppe ähnlich wie in der Kontrollgruppe (bei 10 ppm waren die Tiere sogar etwas schwerer). Bei 40 und 80 ppm war eine Gewichtsabnahme festzustellen, ein Zeichen von Toxizität. Bei einigen toten Tieren war außer der Gewichtsabnahme jedoch keine Schädigung von Krallen oder Gefieder sichtbar, das ist also kein grundsätzliches Kriterium, was für eine Schädigung erfüllt sein muss. Auf Organschädigungen gehe ich jetzt mal nicht weiter ein.
Ich tue mich schwer, wirklich einen toxikologischen Grenzwert aus der Studie abzuleiten. Ich gehe aber davon aus, dass eine Konzentration von 10 ppm zumindest nicht zu langfristigen, schwerwiegenden Schädigungen geführt hat.
Man sollte also zumindest schon mal ein Auge auf die beiden anderen Parameter haben steht die Elster gut im Futter und wie sehen ihre Krallen, ihre Beine und ihr Gefieder aus?

Ach du Scheiße, hat DC die Elster jetzt schon vergiftet oder was?
Erst die Dosis macht das Gift und Selen ist sowohl in Tieren als auch im Menschen essenziell. Ohne Selen geht es auch nicht. Also rechnen wir noch mal weiter, bevor wir Alarm schlagen. Were getting there.

Wie viel Selen nimmt DCs Elster denn nun täglich mit der Paranuss auf?
Okay, in welchen Teil des o.g. Studienspektrums fällt nun die Zufütterung einer Paranuss? Reicht die Selenmenge aus, um schon in den gefährlichen Bereich der Vergiftungserscheinungen aus den Stockenten-Fütterungsstudien zu kommen?
Nun, ich muss vorwegschicken, dass Stockenten-Erpel mit über 1 Kilogramm Körpergewicht und als Wasservögel vielleicht nicht 1:1 mit Elstern vergleichbar sind. Weibliche Elstern wiegen zwischen 180 und 210 Gramm, männliche Elstern etwas mehr. Ich möchte hier aber jetzt keinen dedizierten toxikokinetischen Vergleich aufmachen. Bestimmt gibt es hierzu irgendwo auch weitere Untersuchungen, die Metabolismus, Verteilung und Ausscheidung von Schadstoffen und essenziellen Spurenstoffen in verschiedenen Vogelarten vergleichen. Ich habe jetzt aber keine gefunden.
Zurück zur Paranuss. Es ist etwas schwierig, einheitliche Werte zu finden. Paranüsse haben je nach ihrer Herkunft und je nachdem, welche Teile der Pflanze oder der Nuss man anschaut, stark schwankenden Selengehalt. Fragt mich bitte nicht, worauf dieser Unterschied begründet ist. Eine Studie von 1995 kommt zu unglaublichen Spannbreiten von 3 bis 512 ppm (!) Selengehalt in frischen Nüssen.[X]
Diese Ausreißer bei Einzelanalysen ignoriere ich mal und schaue eher in Register aber auch hier gibt es nicht den einen Wert:
Für die Nüsse findet man folgende Werte, die schon um den Faktor 30 voneinander abweichen.
Bis zu 30 Mikrogramm pro Gramm[X]
103 Mikrogramm pro 100 Gramm[X DGE
1300 Mikrogramm pro 100 Gramm [X] - NZ Food Composition Tables
Ich nehme mal aus Sicherheitsgründen den neuseeländischen Wert, der interessanterweise eine Größenordnung über dem der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt.
Eine Paranuss wiegt etwa 4 Gramm, sie enthielte demnach 52 Mikrogramm Selen. Mit dieser Annahme bin ich schon konservativer unterwegs als die DGE.
Paranüsse selbst haben nach diesem NZ-Wert also einen Selengehalt von 13 ppm (~1 ppm nach Deutung der DGE). Erinnert Euch an die Dosierungen der Gesamternährung in den Stockenten-Fütterungsstudien. Wir befinden uns nicht allzu weit weg von der niedrigsten Dosis von 10 ppm, in der keine Tiere starben oder makroskopische Zeichen von Selenose aufwiesen.
Hurra?

Was für einen Anteil hat die Paranuss voraussichtlich an der Ernährung der Elster?
Bei einem Energiegehalt von 656 Kilokalorien pro 100 Gramm entspricht eine einzelne Paranuss etwa 26 Kilokalorien.
Eine Elster nimmt pro Tag etwa 470 Kilojoule, also 112 Kilokalorien Energie über die Nahrung zu sich. [x] Die Paranuss würde damit 23%, also fast ein Viertel der täglichen Energiemenge ausmachen. Das kommt mir wirklich erheblich vor, andererseits sind Paranüsse wie auch alle anderen Nüsse auch extrem energiereiche Lebensmittel.
Ich gehe jedenfalls davon aus, dass der Verdünnungseffekt durch die restliche Ernährung, die einen geringeren Selengehalt als die Paranuss hat, erheblich ist auch wenn man für die restlichen Ernährungskomponenten ebenfalls eine Grundkonzentration an Selen annimmt, ist sie sicherlich niedrig genug, um die 13 ppm Selen in Paranüssen wahrscheinlich zumindest komfortabel in den Bereich zwischen 1 und 10 ppm zu drücken, also einen Bereich, in dem keine toxischen Effekte in subchronischen Studien in Enten festgestellt wurden.
Unter diesem Gesichtspunkt würde ich also sagen, die tägliche Paranuss für die Elster ist noch im grünen Bereich. Aber

Wie steht das ganze jetzt im Zusammenhang zum Menschen?
Zum Vergleich übrigens: Beim Menschen geht man für Erwachsene von zwei bis dreitausend Kilokalorien Energiebedarf pro Tag aus - also ca. 20 bis 30 mal soviel wie bei einer Elster. Dafür wiegen Erwachsene allerdings zwischen 300 und 400 mal soviel wie eine Elster. Unser Energieumsatz ist also bezogen auf unser Körpergewicht um mindestens eine Größenordnung geringer. Das korreliert natürlich mit einem langsameren Stoffwechsel als bei einem Vogel, mehr als über diese Hausnummern will ich es jetzt aber nicht quantifizieren.
Bedenkt man aber, dass für den Menschen die Verzehrempfehlung bei zwei Paranüssen pro Tag liegt, wird schon ersichtlich, dass keine lineare Korrelation rein über das Körpergewicht gemacht werden sollte, wenn man Werte vom Menschen versucht, auf andere Arten zu übertragen.
Im Menschen werden bereits tägliche Aufnahmemengen von 900 Mikrogramm mit Selenose in Verbindung gebracht, was etwa einem Blutspiegel von 1 Mikrogramm pro Milliliter entspricht. Die Selenose wurde in der Kohortenstudie an morphologischen Änderungen an Fingernägeln festgemacht.[X] Hier paraphrasiere ich nicht die Primärliteratur (eine Kohortenstudie von 1989), sondern die Zusammenfassung dafür im Registrierungsdossier für Selen in der Datenbank der europäischen Chemikalienagentur. Selen ist ja nicht nur essenzielles Spurenelement, sondern wird in der EU auch in einer Tonnage von über 1000 Jahrestonnen zum Beispiel als Legierungsbestandteil oder bei der Glasherstellung eingesetzt.
Die therapeutische Breite also der Abstand zwischen der sinnvollen Konzentration als essenzielles Spurenelement im Organismus und der Konzentration, bei der Selen anfängt, toxisch zu wirken, ist allerdings relativ schmal: In Europa wird in Gesunden eine Selen-Plasmakonzentration zwischen 75 und 110 Mikrogramm pro Liter gemessen. Zwischen gesunder und toxischer Selenkonzentration liegt also offensichtlich lediglich etwa eine Größenordnung. Es wird also schon ersichtlich, warum man mit der Selen-Zudosierung zu einer normalen Diät vorsichtig sein sollte.
Der Abstand von etwa einer Größenordnung zwischen empfohlener und toxischer Selenzufuhr (900 Mikrogramm, s.o.) korreliert dann recht gut mit dem täglichen Selen-Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 70 Mikrogramm für Erwachsene.[X]

Was sollte man noch beachten?
Paranüsse (Bertholletia excelsa) akkumulieren aus dem Boden, auf dem sie wachsen, Mineralien, sie reichern also mit der Zeit auch Metalle aus der Umgebung in ihrer Masse an (mit den oben beschriebenen Unschärfen in der Verteilung in Pflanze und Frucht). Das führt zum einen zum Selen-Reichtum, andererseits aber auch dazu, dass man aus einem weiteren Grund den Verzehr mäßigen sollte: Neben Selen können auch radioaktive Elemente akkumuliert werden. Das geht so weit, dass das Bundesamt für Strahlenschutz Paranüssen eine Sonderstellung einräumt:[X] Das BfS berechnet, dass bei einem Verzehr von zwei Paranüssen (8 g) täglich eine Strahlendosis von 160 Mikrosievert erreicht werden kann. Das entspricht einer Steigerung der Jahresdosis von durchschnittlichen deutschen Ernährungsgewohnheiten (300 Mikrosievert) um ca. 50%. Grund dafür sind vor allem die Radium-Isotope in Paranüssen.[x] Die Steigerung ist nicht so hoch, dass sie zu negativen Folgen führt, aber es ist zumindest interessant.

Resume
Ich gehe davon aus, dass die Zufütterung einer Paranuss pro Tag bei einer Elster, die sich ansonsten von normaler, nicht selen-angereicherter Kost ernährt, nicht zu schwerwiegenden Langzeitschäden führt. Allerdings ist es nicht so, dass man sich mit der Zufütterung in einem Bereich bewegt, der Größenordnungen um Größenordnungen unterhalb des Auftauchens von toxischen Effekten liegt ich hoffe, die verschiedenen Unsicherheiten konnte ich oben darlegen, angefangen bei Übertragungen von Ergebnissen zwischen Arten, Datenlücken und generell der starken Variabilität des Selengehalts zwischen einzelnen Nüssen.
Solche Unsicherheiten versieht man bei einer Risikobewertung von Lebensmitteln in der Regel mit Sicherheitsfaktoren, um die empfohlenen Aufnahmemengen abzuleiten je mehr Unsicherheiten, desto mehr Sicherheitsfaktoren schlägt man drauf. Zum Teil bis zu 1000, wenn man z.B. nicht weiß, ob man nicht doch langfristige Effekte bei geringen Dosen in Studien übersehen hat. Bei einem essenziellen Stoff wie Selen, wo die Datenlage recht gut ist, würde ich allerdings nicht so weit gehen. Trotzdem haben wir hier natürlich auch Probleme, dass die Daten, auf die wir uns beziehen, vom Menschen bzw. von Enten stammen, die beide nicht direkt Elstern sind.
Es ist also von deutlich mehr als einem homöopathischen Einfluss auf die Ernährung der Elster auszugehen.


tl,dr: Fütter mal vorsichtig weiter und pass auf, dass die Elsterfedern immer schön glänzen und nicht ausfallen.
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von TemplaR_AGEnt am 20.06.2022 11:56]
20.06.2022 11:54:15  Zum letzten Beitrag
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homer is alive

AUP homer is alive 14.03.2022
Deepl.com und bei Nature einreichen
20.06.2022 11:56:37  Zum letzten Beitrag
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DeathCobra

AUP DeathCobra 24.06.2021
Grundgütiger. Vielen Dank Breites Grinsen
Ich denke, ich werde andere Nüsse anbieten sobald die aktuelle Packung leer ist.
Muss ja nicht sein.

#mpe2022
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von DeathCobra am 20.06.2022 21:24]
20.06.2022 12:05:13  Zum letzten Beitrag
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loliger_rofler

AUP loliger_rofler 26.04.2021
 
Zitat von TemplaR_AGEnt






To the German Shitposter: NUTS!

Herzlichst, ihr General McAuliffe



E: aber ehrlich; spaßiger und interessanter Les. Stabil geliefert!
[Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert; zum letzten Mal von loliger_rofler am 20.06.2022 12:14]
20.06.2022 12:14:26  Zum letzten Beitrag
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